Zwei Kräfte, die dein Leben bestimmen, wenn du nicht eingreifst
Was passiert eigentlich, wenn man nicht in das eigene Denken eingreift, also das nicht tut, was wir in vielen Videos besprechen und was die Leute in meiner Praxis machen? Unser Denken ist vor allem durch Bilder vor dem inneren Auge und innere Stimmen geprägt, aber genauso durch Umweltfaktoren. Ich finde es spannend, das einmal als Gedankenexperiment durchzudenken.
Die erste Kraft: dein dramatisch denkendes Gehirn
Stell dir vor, wir kümmern uns nicht um unsere eigene Situation. Wir erleben trotzdem die Gedanken, mit denen wir Befürchtungen klassifizieren und Sorgen thematisieren. Niemand ist gezwungen, sich damit auseinanderzusetzen. Aber dann werden wir von zwei Kerngrößen dominiert. Die erste ist unser eigenes dramatisch denkendes Gehirn. Es ist bei jedem gesunden Menschen angeboren, denkt in negativen Strukturen, in Szenarien, in automatischen Bewertungen. Dieses dramatische Denken ist vor allem dafür da, dass wir überleben.
Die zweite Kraft: die Gesellschaft
Wir leben in einer Gesellschaft, die maßgeblich darauf hingearbeitet hat, dass unser Überleben sicherer ist. Wir sind dadurch nicht unbedingt glücklicher, aber sicherer, und wohl besser vor Krankheiten geschützt. Diese Gesellschaft hält uns aber nicht gesund. Und in ihrem Kontext werden uns Facetten vorgelegt: Ausbildung oder Studium, Beruf, einzahlen in die Renten- und Sozialkassen. Aus Sicht der Sozialsysteme ist es fast ideal, wenn du lebenslang gesund bleibst, einzahlst und kurz nach Renteneintritt gesund stirbst, weil du dann dein Soll geleistet, aber keine Last mehr dargestellt hast.
Man kann das Leben so laufen lassen, mit Mitte dreißig ein Häuschen mit weißem Fliesenboden kaufen, für mich ein Symbol für „ich mache es wie alle anderen, es hat mir auch keiner anders erklärt". Ich habe gemerkt, dass ich darauf keine Lust habe. Ich will mein eigener Chef sein, meine eigene Rente vorbereiten, und deshalb greife ich mehr und mehr in meine eigenen Denkstrukturen ein.
Im Großen wie im Kleinen
Das gilt nicht nur in großen Maßstäben, sondern auch bei den kleinen, die eigentlich auch groß sind. Es gab viele Gründe, die mein Gehirn mir aufgezeigt hat, all das nicht zu tun, denn es arbeitet gern im Gegenbeispiel-Sortiermodus. Wir wollten schon um Weihnachten in die Schweiz fahren, dann kam: was ist mit Omikron, die Kinder sind nicht geimpft, die Intensivstationen. Also fuhren wir nicht. Dann: was verpassen wir jetzt alles? Das Gehirn liefert immer das Gegenbeispiel. Und jetzt hier genauso: was ist, wenn ein Kind allein hochfährt, wir haben Krieg in der Ukraine, was ist, wenn etwas passiert, die Benzinpreise. Man kann nicht jedes Lebensrisiko ausschließen. Also, auf geht's. Und dann ist auch immer irgendwas, ein Kind hat Durchfall, der Skischuh ist kaputt, die Vermieterin meldet sich mit einer Corona-Nachricht.
Worum es wirklich geht
Es geht nicht darum, dass unser Leben dann gut ist, weil keine gegenargumentativen Gedanken oder Gegenbeispiele mehr hochkommen. Unser Leben wird durch mentale Gesundheit entspannter und ruhiger, nicht weil sich die äußeren Umstände verändern, sondern weil wir es schaffen, mit besseren Strategien mit diesen Punkten umzugehen.
Deshalb macht es Sinn, in die eigenen Denkmuster einzugreifen, damit jeder von euch flexibler werden kann. Der Flexiblere führt. Wirst du nicht flexibler, bestimmt das Leben deinen Werdegang, dann bestimmt dein dramatisches Denken deinen Weg, und im Prinzip ist eine Lawine abgegangen. Genau damit melden sich die meisten Leute bei mir, und wir finden heraus, dass sie noch nicht gelernt haben, in das dramatische Denken einzugreifen. Du musst nicht, aber du hast eine Menge zu gewinnen.
Wie du in dein dramatisches Denken eingreifst und flexibler wirst, beschreibe ich ausführlich in meinem Buch bzw. Hörbuch „Schluss mit Symptomen" → hier ansehen.
Du möchtest lernen, in dein eigenes Denken einzugreifen, statt dich treiben zu lassen? Ich begleite dich in der Onlinetherapie von Bonn aus, deutschlandweit und online. Buch dir hier deinen Termin.