Ziele MIT Schwindel erreichen, so schaffst du es
Bertha stellt eine gute Frage: Gib doch nach vielen Videos mal eine kurze, knappe Zusammenfassung, wie man das Ziel erreicht, wo du sagst, du tust Dinge noch nicht, die du tun möchtest. Da muss man ja erst mal hinkommen, sie tun zu können, ohne Benommenheit, Schwindel und das Gefühl, gerade ohnmächtig zu werden.
Das lässt sich kurz beantworten: Es geht nicht darum, dass du Benommenheit und Schwindel loswirst, um deinen Zielen nachgehen zu können. Es geht darum, dass du lernst, deine Ziele trotz oder gerade mit Benommenheit und Schwindel erreichen zu wollen.
Es beginnt mit einer Entscheidung
Viele der Dinge, die wir besprechen, haben mit einer Entscheidung zu tun. Der Grundaspekt: Wir kommunizieren mit uns selbst, wir fangen an, wirklich mit uns zu sprechen. Das heißt, nicht nur der inneren Stimme zu folgen, sondern anzufangen, mir selbst Dinge einzureden, und zwar die Dinge, die ich häufiger als Muster im Kopf haben möchte. Damit geht es los, und das hat mit Entscheidungen zu tun, ich verpflichte mich, in Zukunft Dinge zu tun.
Das ist die größte Herausforderung für jeden von uns. Bei mir ist es genauso: Es gibt genug Dinge, bei denen ich weiß, das sollte ich tun, weil es aus Vernunftsicht Sinn macht, aber meinem Kopf ist es egal, es gibt keinen großen Mehrwert und keinen großen Schmerz, also warum etwas verändern, wir haben bisher überlebt. Deshalb ist der erste wichtige Punkt, eine Entscheidung zu treffen, und das machen wir mit der Stimme in unserem Kopf, die wir selbst benutzen wollen, um zu sagen, ich verpflichte mich, in Zukunft Dinge aufzuschreiben, nicht weil ich mich danach fühle, sondern weil ich es mir gesagt habe.
Du brauchst deine Beschwerden also nicht loszuwerden, um einem Ziel nachzugehen, du gehst anderen Zielen nach, mit den Beschwerden, trotz der Beschwerden, die im Moment noch da sind. Jetzt sagst du vielleicht, aber das kann ich nicht, und genau das sagst nicht du, Bertha. Die meisten Dinge, die wir erleben, kommen nicht von uns selbst, sondern von unserem dramatisch denkenden Gehirn, das die Regie führt.
In Bewegung kommen
Versuch, mit deinen Symptomen deine Ziele zu erreichen, weil wir die Symptome im Moment nicht schnell wegbekommen. Wichtig ist, dass du in Bewegung kommst, und wenn du dich nicht selbst in Bewegung bringst, wird es sehr wahrscheinlich kein anderer für dich tun. Du hast in deinem Leben schon viel versucht, und die Symptome sind trotzdem nicht weggegangen.
Viele Menschen fühlen sich blockiert, limitiert, kommen nicht weiter, haben keinen Antrieb. Das erleben wir vor allem interpretatorisch als Stillstand und Bewegungslosigkeit. Diese Bewegungslosigkeit kommt aber oft daher, dass wir keinen Antrieb haben. Unser Kopf hat nicht einfach Antrieb, er sagt „bewegen", wenn er etwas richtig Gutes vor sich sieht oder wenn wir durch Handeln Schmerzen vermeiden können. Wir fühlen uns blockiert, aber es ist gar nichts da, das uns blockiert, es ist der fehlende Antrieb, der uns im Stillstand hält. Angst ist ohnehin eher eine Illusion, etwas, das unser Gehirn erzeugt, das in vielen Fällen gar nicht da ist. Versuchst du die ganze Zeit, eine Blockade aus dem Weg zu räumen, die gar nicht existiert, kommst du nicht weiter, du brauchst nur den Bewegungsimpuls nach vorn.
Deshalb: Triff die Entscheidung aktiv im Kopf, mit deiner Stimme, dass du anfängst, deine Ziele zu erreichen, und es ist okay, dass das Benommenheitsgefühl gerade da ist.
Warum wiederholte Selbstansprache wirkt
Unser Kopf kommt in Bewegung, wenn etwas ihn emotional interessiert, in der Regel über Belohnung oder Schmerz. Solange die große Belohnung und die Schmerzvermeidung nicht da sind, kommt der Kopf nur in Bewegung, weil wir uns über den vernunftorientierten, auditiven Weg etwas über lange Zeit eingeredet haben. Ein Bild dazu: Stell dir als Nichtraucher zehn Tage lang zehnmal am Tag den Wecker, und sag dir jedes Mal, wenn ich das nächste Mal am Kiosk vorbeikomme, kaufe ich eine Packung Zigaretten, weil ich mit Zigarette besser aussehe. Nach ein, zwei Tagen merkst du, wie sich etwas verschiebt. Lass es natürlich bleiben, jede einzelne Zigarette ist eine Katastrophe für unser vaskuläres System, es geht nur darum zu zeigen, dass wir auf wiederholte Selbstansprache reagieren. Wir glauben nicht an das, was richtig ist, sondern an das, was wir am häufigsten gehört haben. Also fang an, dir das einzureden, was du von deinem Kopf hören willst, nämlich dass du auf deine Ziele hinarbeitest, trotz Schwindel und Benommenheit oder gerade mit ihnen.
Welches Ziel eigentlich?
Frag dich konkret: Was genau hält dich davon ab, deinen Zielen einen Schritt näher zu kommen? Und was für Ziele hast du im Moment, wie gut sind sie definiert, hast du schon große Bilder davon im Kopf? Ziele sind ein integraler Bestandteil meiner Arbeit in der Praxis. Manche sagen, mein Ziel ist, keine Ziele zu haben, auch das ist okay, du kannst ziellos durchs Leben gehen. Ich mache diese Videos nicht, um recht zu haben oder jemanden zu bekehren, sondern weil sie vielen Menschen helfen.
Schau dir deine Zielebene an. In einem der Videos geht es darum, wie du gute Ziele definierst: Richte den Blick auf den gewünschten Zustand, schreib deine Ziele auf, habe Kontrolle über den Zielerreichungsgrad, und formuliere sie SMART, also spezifisch, messbar, attraktiv, realisierbar und terminiert. Vor allem aber geht es darum, gute Bilder im Kopf zu bekommen, auf die du dich hin entwickelst. Meine Kernkompetenz in der Praxis ist, mit Klienten Ziele herauszuarbeiten, ihnen die Kompetenzen zu vermitteln, darauf hinzuarbeiten, und vor allem Bilder auf der inneren Verarbeitungsebene zu schaffen.
Vor vielen Jahren hatte ich die Idee, innere Bilder sind so wichtig für unser emotionales Erleben, dass mein erstes Buch eigentlich nur zwei beschriebene Seiten in der Mitte hätte, auf der einen „innere Bilder wirken", auf der nächsten „Buch vorbei". 2017 durfte ich dann für den Humboldt Verlag als Auftragsautor ein Buch schreiben, Selbstwertgefühl steigern in zehn einfachen Schritten, es ist ein bisschen mehr geworden als diese zwei Sätze.
Es liegt also nicht an deinem Schwindel, dass du noch nicht auf deine Ziele hinarbeitest, sondern vielleicht an der Einstellung, an der Entscheidung, die du noch nicht oft genug von dir selbst gehört hast, dass du trotz Schwindel und Benommenheit auf deine Ziele hinarbeiten möchtest. Und vielleicht liegt es an den inneren Bildern vor deinem inneren Auge, an Zielbildern, die noch nicht groß und attraktiv genug sind. Hellsehen kann ich nicht, ich kann nur sagen, was ich bei den Leuten und bei mir selbst immer wieder beobachte.
Wie du deine Ziele klar definierst und über innere Bilder und Selbstansprache darauf hinarbeitest, beschreibe ich ausführlich in meinem Buch bzw. Hörbuch „Schluss mit Symptomen" → hier ansehen.
Du möchtest trotz Schwindel und Benommenheit wieder auf deine Ziele hinarbeiten? Nach ärztlicher Abklärung begleite ich dich gern. In der Onlinetherapie von Bonn aus, deutschlandweit und online. Buch dir hier deinen Termin.