Wer führt Regie: dein dramatisches Gehirn oder du?
Wir sind das, woran wir am häufigsten gedacht haben. Deshalb dürfen wir überlegen: Wer führt eigentlich Regie? Dazu zwei Bilder, die ich kürzlich benutzt habe. Was haben eine Ente und ein Hollywoodfilm mit uns zu tun?
Die Ente und der Hollywoodfilm
Eine Ente gleitet entspannt übers Wasser, muss aber unter der Oberfläche ziemlich viel strampeln. Und der Hollywoodfilm: Wir sitzen im Kino und erleben eine perfekt erzählte Geschichte, ohne Fehler, und die Kamera hält immer im richtigen Moment auf die richtige Szene. Das suggeriert uns, unser Leben müsste ohne Outtakes und Pannen von allein klappen.
Tut es aber nicht. Wenn wir uns im Leben nicht anstrengen, erleben wir das Leben als anstrengend. Im Hollywoodfilm ist nichts dem Zufall überlassen, und passiert etwas, das nicht passieren soll, wird es wiederholt. Bei uns dagegen: Erleben wir einen Gedanken, der eine negative Emotion auslöst, lassen wir das meist nachhallen, wir hören hin, gucken hin und bekommen ein nachklingendes negatives Feedback.
Die Kernfrage
Wer führt Regie? Überlassen wir sie unserem dramatisch, automatisch negativ denkenden Gehirn, oder übernehmen wir sie? Das knüpft an die Frage an, ob wir auf unseren Kopf hören sollten. Was da automatisch kommt, stammt aus der Logik des situativen Überlebens und passt nicht zu meinen langfristigen Zielen, lange gesund und glücklich zu leben. Wir können nicht einfach „nicht hören". Was wir aber versuchen dürfen, ist, diese Situation zu erkennen, zu unterbrechen und selbst die Regie zu übernehmen.
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