Von der Idee zum Ziel zum Plan: Warum dir nicht Motivation fehlt, sondern ein Plan
Ich war am Wochenende abends joggen und habe die Gedanken schweifen lassen. Dabei nutze ich solche Momente, um zu träumen und über die aktuelle Situation nachzudenken.
Nichts mehr aufsparen
Dieser November war ganz anders als alle zuvor, kein Laternenumzug, kein zweistündiges Wandern durch die Kälte. Corona bringt viel Schlechtes mit, aber jeder hat auch die Aufgabe, für sich das Beste daraus zu machen und seinen Weg weiterzugehen. Für mich hat das einen Umschwung gebracht: Ich habe keine Lust mehr, Dinge aufzuschieben und aufzusparen. Man denkt oft, das mache ich später, irgendwann. Und dann kommt etwas dazwischen. Wir haben eine zweite Chance bekommen, die sollten wir nutzen, ohne über unsere Verhältnisse zu leben.
Die Maske als Symbol
Beim Laufen ging mir meine Maske durch den Kopf, die mich durch diese Zeit begleitet hat. Für mich ist die Corona-Zeit nicht erst vorbei, wenn ich sie ablege, ich trage sie gern weiter, aus 15 Jahren Notfallrettung bin ich Masken und Schutzmaßnahmen gewöhnt, das ist für mich kein Problem, und ich verstehe, wenn andere das anders sehen. Die Maske ist für mich eine Versinnbildlichung, um mich zu erinnern: Das war eine intensive Zeit. Ich könnte sie in einen Schaukasten hinter Glas hängen, mit einem Spruch darunter, so eine Art Vision. Und beim Überlegen, was da draufstehen soll, bin ich durch ein Modell gegangen, das ich immer wieder erkläre.
Wir haben ständig gute Ideen
Eigentlich geht es doch immer darum, dass wir den ganzen Tag Ideen haben. Du musst dich nicht damit herumschlagen, wie du zur richtigen Idee kommst. Du erkennst gute Ideen nicht daran, dass sie mit einer großen Parade ins Leben getragen werden, und auch nicht daran, dass dein Kopf sie nicht kommentiert. Ich habe ständig Ideen: Ich würde gern ein Mobilheim nach meinen Wünschen bauen, sofort kommt der Kopf, du brauchst aber auch eine Halle, sonst ist es kaputt, okay, dann lieber nicht. Oder ein kleines Chalet an der Baumgrenze in der Schweiz, aber wer gibt dir die Baugenehmigung, und wie kommt das Ding da hoch? Wir interpretieren die Reaktion unseres Kopfes zu oft als Beweis dagegen. Dabei hast du dort, wo dein Kopf eine Gegenargumentation ansetzt, das Recht und sogar die Pflicht, deine Pro-Argumente einzubringen.
Der erste Schritt ist deshalb, die Idee überhaupt aufzugreifen. Der Unterschied, der den Unterschied macht, muss nicht groß sein: Du hast eine Idee und schreibst sie einfach auf, dann kannst du anders darüber nachdenken.
Aus der Idee ein Ziel machen
Die aufgeschriebene Idee darfst du so aufbereiten, dass daraus ein Ziel wird. Wichtig: Hinter jedem großen Gefühl steht in der Regel ein großes Bild auf der inneren Verarbeitungsebene. Beschreibe dein Ziel in Anwesenheit des gewünschten Zustands, nicht „hoffentlich habe ich keinen Stau" (dann siehst du rote Rücklichter), sondern „ich wünsche mir freie Straßen". Deine Ziele sollten deine sein, nicht die, von denen du denkst, dass andere dann besser über dich denken, und du solltest Kontrolle über den Zielerreichungsgrad haben. Definiere sie SMART: spezifisch, messbar, attraktiv, realisierbar, terminierbar. Denn wer diese Gütekriterien beachtet, kann fast nicht anders, als gute Bilder im Kopf entstehen zu lassen, und gute große Bilder machen gute große Gefühle.
Aus dem Ziel einen Plan, dann ins Machen
Viele sagen, ich weiß, ich müsste, aber ich habe keine Motivation. Wichtig ist, Probleme lösbar zu gestalten, denn unlösbare Probleme wirken riesig, lösbare werden in der Wahrnehmung kleiner. Ein lösbares Problem hat quasi einen Plan. Wenn dein Plan nur lautet „irgendwann buche ich mal einen Flug", hast du kein Motivationsproblem, sondern einen schlechten Plan. Schau dir also erst den Plan an. Je besser er ist, desto greifbarer die Situation und desto eher gehst du sie an.
Dann kommst du ins Machen: Du hast eine Idee, entwickelst daraus ein Ziel, also ein Bild vor dem inneren Auge, auf das du positiv reagierst, und dann setzt du es um. Genau das schreibe ich mir sinngemäß neben die Maske: Machen, nicht denken, und lass dich nicht von deinen Zielen abhalten.
Ideen kommen von allein, aus dem Leben, das du bereits gelebt hast. Dein Gehirn zeigt dir aber auch gern, was in Zukunft schiefgehen könnte, davor darfst du dich schützen (siehe die Videos zum Umgang mit Befürchtungen). Es geht im Leben im Prinzip um nichts anderes: Du hast eine Idee, setzt dir ein Ziel, kommst ins Machen und ziehst dein Ding durch. Werde dabei ruhig ein bisschen mehr wie das Wetter, mach dir nicht aus jeder Kritik etwas und zieh einfach dein Ding durch.
Wie aus Ideen tragfähige Ziele und Pläne werden und wie du ins Machen kommst, beschreibe ich ausführlich in meinem Buch bzw. Hörbuch „Schluss mit Symptomen" → hier ansehen.
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