Vertrauen in die eigene Gesundheit
Nicole hat etwas Schönes unter eines der Live-Therapie-Videos geschrieben, und ich möchte mich an dieser Stelle auch bei den Klientinnen und Klienten bedanken, die mir ermöglichen, euch diese Inhalte weiterzugeben. Nicole schreibt sinngemäß: Ich habe vor sechs Jahren alles abklären lassen, was meine Rhythmusstörungen angeht, sie wurden bestätigt, ich habe Betablocker bekommen, soll mir aber keine Sorgen machen, Ultraschall und so weiter, alles bestens. Nach und nach wurde es besser, ich lebte eine Zeit fast ohne Angst und mit deutlich weniger Stolperern. Nun ist alles wieder da, aber ich habe so große Angst, wieder zum Arzt zu gehen, aus Angst, er findet nun doch etwas.
Warum Herz-Symptome schnell anspringen
Du hast eine Symptomatik, die macht erst mal Angst, und bei der Angstverarbeitung spielt das Thema Herz eine besondere Rolle. In der Presse gibt es Fälle bei Fußballspielen, wo Menschen plötzlich umkippen und reanimiert werden müssen, das sind Symptome, bei denen wir sehr schnell anspringen. Schneide ich mich am kleinen Finger, erlebe ich eine andere Angst als bei einem Stechen in der Herzgegend. Deine Grundsituation ist vielen hier bekannt, und damit kann man lernen umzugehen.
Wichtig ist zu verstehen, wie ein Gefühl entsteht: Dein Kopf gibt dir nicht einfach Ängste hoch, du erlebst aus einem automatisierten, passiven Kontext heraus Bilder und innere Stimmen, und darauf reagierst du mit Angst. Schau dir das Video an, Sorgen und Befürchtungen aufschreiben. Schreibst du sie auf, hast du schon einen ersten Unterbrecher, der das automatisierte Denken blockiert, sodass du mit eigenen Gedanken und Bildern Veränderung einbringen kannst. Und da wirst du drankommen, du wirst lernen, in deinen Angstkreislauf auf der gedanklichen Ebene einzugreifen.
Warum dein Kopf dich vom Arztbesuch abhält
Du schreibst, ich habe Panik, zum Arzt zu gehen, wer weiß, was er sagt, vielleicht kommt doch etwas Schlimmes heraus. Die Wahrscheinlichkeit ist gering, es hat ja gerade eine Untersuchung ohne pathologischen Befund stattgefunden. Interessant: Dein Gehirn, das dich vom Arztbesuch abhalten will, ist genauso unterwegs, wie es soll, es will dich von Veränderung abhalten. Zum Arzt zu gehen ist eine Veränderung, auf die dein Gehirn keine Lust hat. Schau dir das Video an, darum veränderst du dich noch nicht: Dein Gehirn möchte nicht, dass du dich veränderst, aber es kann sich auch nicht nicht verändern.
Den Entlastungsmoment sichern
Stell dir vor, du gehst hin und die Ärztin sagt, Sie sind gesund. Dann machst du erst mal zwei Wochen Ruhe. Was passiert danach? Dein Kopf holt die alten angstauslösenden Denkmechanismen, die als sechsspurige Datenautobahn angelegt sind, langsam wieder hoch, und du hängst schnell an der nächsten Symptomatik. Sagt der Arzt also „Sie sind gesund", was wahrscheinlich ist, müssen wir überlegen, wie du diesen Mechanismus sicherst. Die Angst ist eine Reaktion, ein Symptom auf deine Gedanken. Beim Rausgehen hast du andere Gedanken als beim Reingehen, und dieses Muster zu installieren, zu verändern, ist das Ziel.
Erstell dir also eine Art Trainingsplan, den du jeden Tag übst: Der Arzt hat mir gesagt, ich bin gesund, ich kann entspannt leben, ich richte meinen Blick wieder auf meine Ziele, meine Energie folgt meinem Fokus, also lenke ich den Fokus auf die Dinge, die mich glücklich machen. Unser Gehirn glaubt an das, was wir am häufigsten gehört haben, deshalb sollten wir den Gedanken „ich bin gesund", etwas ausformuliert, immer wieder hören.
Ein zweiter Punkt sind die Konfrontationsgedanken: Bereite dich schon auf der gedanklichen Ebene auf den Arztbesuch vor, denk mehr und mehr über das positive Ergebnis nach. Der einzig sinnvolle Weg einer Konfrontationstherapie ist nicht, sich einfach zu konfrontieren, sondern viel Vorbereitung, viel Nachbereitung des erfolgreichen Ergebnisses plus die Konfrontation machen den Erfolg. Gerade das Nachhallen, das Nachtrainieren des Gedankens „ich bin gesund", führt mit der Zeit dazu, dass der Arztbesuch selbst übergehbar wird: Du bist gesund, der Arzt hat dir vor Jahren gesagt, man sieht nichts, was im weiteren Verlauf Schwierigkeiten bedeutet.
Im Zweifel macht es trotzdem Sinn, Symptome abklären zu lassen, das sage ich immer wieder, aber irgendwann ist auch mal gut. Und diesen Punkt zu schaffen, „jetzt ist mal gut", schafft nicht die nächste Untersuchung, nicht der richtige Arzt, nicht die richtige Diagnostik. Ihr könnt eurem Körper vertrauen, das macht ihr selbst, und wenn ihr es nicht selbst macht, macht es keiner für euch.
Wie du den Entlastungsmoment sicherst und Vertrauen in deinen Körper aufbaust, beschreibe ich ausführlich in meinem Buch bzw. Hörbuch „Schluss mit Symptomen" → hier ansehen.
Du traust deinem Körper nach Jahren nicht mehr und möchtest das Vertrauen zurückgewinnen? Ich begleite dich gern. In der Onlinetherapie von Bonn aus, deutschlandweit und online. Buch dir hier deinen Termin.
Wenn du eine ärztlich festgestellte Erkrankung hast, bleibt die regelmäßige fachärztliche Begleitung und die Einnahme verordneter Medikamente selbstverständlich wichtig und wird mit deinem Arzt abgestimmt.