Selbsterfüllende Prophezeiung: Wie du sie zu deinen Gunsten nutzt
In der Praxis nutze ich das sogenannte Smiley-Modell, um mit Befürchtungen und Ängsten umzugehen. Es hilft, sich selbst zu analysieren und zu erkennen, wie Befürchtungen einen positiv oder negativ beeinflussen. Das ist eine wichtige Grundlage für jeden Veränderungsprozess.
Das Beispiel Klausurangst
Jemand hat Angst vor einer bevorstehenden Klausur und projiziert diese Befürchtung in die Zukunft, obwohl sie heute noch nicht eingetreten ist. Das verursacht schon jetzt negative Emotionen. Das Problem: Dieser Prozess läuft in vielen Fällen einfach passiv ab, wir müssen kaum etwas dafür tun, damit die Befürchtung präsent ist. Verändert man in der Zwischenzeit nichts und lernt unter diesen negativen Emotionen, kann es schnell passieren, dass der Kopf die Information nur aufwendig bis gar nicht abspeichert.
Die selbsterfüllende Prophezeiung
Selbsterfüllende Prophezeiungen gibt es wirklich, und sie können einem das Leben vermiesen. Man spricht davon, wenn jemand so fest an etwas glaubt, dass es tatsächlich eintritt, auch ohne echten Grund. Wer überzeugt ist, eine Prüfung nicht zu bestehen, lernt vielleicht weniger und bekommt am Ende eine schlechtere Note. Wollen wir diese Dynamik ändern, müssen wir zuerst unsere Denkweise ändern und lernen, an uns selbst zu glauben.
Raus aus der Passivität
Das Wichtigste ist, aus der Passivität herauszukommen. Unser Kopf bietet uns gern dramatische Inhalte an, wenn wir ihm das Denken überlassen. Du denkst vor allem in Bildern und inneren Gesprächen, und du kannst entweder passiver Zuschauer deiner Gedankenfantasien bleiben oder aktiv in den Prozess eingreifen, also ins Interagieren gehen. Der erste Schritt ist, aktiv zu werden.
Wie sieht das Modell aus? Zuerst fragst du dich: Ist das mein Ziel, was da passieren soll? Natürlich nicht. Dann brauchst du eine Herleitung: Ich will die Klausur schaffen. Ich sehe mich, wie ich in die Klausur gehe, vor der Prüferin stehe und in der mündlichen Prüfung guten Prüfern begegne. Ich will in der schriftlichen Prüfung Aufgaben bekommen, die ich beantworten kann. Um den Lernerfolg zu erleichtern und das gewünschte Ergebnis zu erreichen, ist ein positives Bild vor dem inneren Auge wichtig. Über eine Self-fulfilling Prophecy kann ich meine Situation verbessern und mich besser mit den aufgetauchten Sorgen auseinandersetzen.
Der wichtigste Punkt: Du musst aktiv sein, um deine passive Denkstruktur zu verändern. Wenn du dir deine Gedanken nicht bewusst machst und überlegst, was du denken willst, kann dir kein Zauberkünstler helfen. Du musst neu denken, umstrukturieren lernen und dir klar werden, was du willst. Ganz in dem Sinne: Denk doch, was du willst.
Wie du mit dem Smiley-Modell Befürchtungen aktiv umdrehst, beschreibe ich ausführlich in meinem Buch bzw. Hörbuch „Schluss mit Symptomen" → hier ansehen.
Du möchtest lernen, Befürchtungen aktiv umzudrehen, statt passiver Zuschauer zu bleiben? Ich begleite dich in der Onlinetherapie von Bonn aus, deutschlandweit und online. Buch dir hier deinen Termin.