Dein Autopilot lässt sich nicht programmieren, aber umtrainieren
Ich habe einmal ein Video dazu gemacht, warum wir nach unserem Symptom suchen. Die Kernaussage: Vieles, was wir leben, sind antrainierte Mechanismen. Wenn ich gestern die Befürchtung hatte, was ist, wenn ich beim Aufwachen direkt ein Symptom denke, dann programmiere ich diese Befürchtung. Über denselben Mechanismus lässt sich erklären, warum ich heute Morgen nach dem einprogrammierten Symptom suche, obwohl ich gestern gar nicht daran gedacht habe, einfach weil ich noch darauf programmiert bin und es noch nicht anders anprogrammiert habe.
Der Autopilot im Alltag
Darauf aufbauend ein Gedanke, der in Richtung Autopilot-Modus geht. Viele von euch Betroffenen erleben im Alltag so etwas wie einen Autopiloten, in unserem Kopf herrscht ein Automatismus, der bestimmte Punkte abfliegen lässt, ohne dass wir das bewusst gemacht hätten. Die These, die du mitnehmen kannst: Wir sind darauf geprägt, dass unser Kopf uns über den Autopiloten steuert.
Nicht programmierbar, aber umtrainierbar
Im Gegensatz zum Autopiloten im Flieger ist unser Autopilot nicht so programmierbar, dass wir eine Programmierung setzen und der Kopf hätte sofort eine Neuprogrammierung. Unser Kopf arbeitet über quantitative Faktoren und über emotionales Lernen. Wir nutzen das Quantitative: Wir glauben an das, was wir am häufigsten gehört haben. Das geht in Richtung Neuroplastizität, auf der alles aufbaut, was wir machen.
Wichtig ist zu verstehen, dass wir so gut wie immer in Automatismen sind, ich auch. Wir sind alle Opfer unseres eigenen dramatisch denkenden Gehirns, auch mein Gehirn zieht mich automatisch die antrainierten Strecken nach. Mein Autopilot steuert mich genauso, wie dich deiner steuert. Der Unterschied zwischen dir und mir ist nicht, ich bin gesund und du bist krank, sondern ich habe einen anders trainierten Autopiloten als du.
Selbst das Steuer übernehmen
Wenn wir den Autopiloten nicht umprogrammieren können, so können wir ihn umtrainieren. In der Piloten-Metapher heißt das: Wir müssen uns antrainieren, im Alltag so oft wie möglich selbst das Steuer zu übernehmen und die Strecken abzufliegen, die wir eigentlich als Konstrukt erleben wollen. Was das konkret bedeutet, hat jeder für sich, darüber lässt sich sprechen. Aber wenn du deinen Autopiloten nicht tagein, tagaus selbst übersteuerst, zieht dich dein Gehirn immer wieder über Trancezustände in die Automatismen des alten Autopiloten zurück, unser Gehirn ist in diesem Sinne nicht unser Freund.
Das Credo lautet: Nimm so oft wie möglich selbst das Steuer in die Hand und fliege die Strecken, die du als neuen, gewünschten Autopilot-Modus einprogrammieren möchtest, selbst ab, bis sie über Wiederholung und Übung an die richtige Stelle kommen. Wir glauben an das, was wir am häufigsten gehört haben.
Wie du deinen inneren Autopiloten Schritt für Schritt umtrainierst, beschreibe ich ausführlich in meinem Buch bzw. Hörbuch „Schluss mit Symptomen" → hier ansehen.
Du möchtest lernen, selbst das Steuer zu übernehmen, statt deinem Autopiloten zu folgen? Ich begleite dich in der Onlinetherapie von Bonn aus, deutschlandweit und online. Buch dir hier deinen Termin.