Seit drei Jahren Schwindel nach einem Magen-Darm-Infekt: Was tun?

Kurt schreibt: Eines Tages ging es mir sehr schlecht, ich musste die ganze Zeit brechen, drei Wochen lang, und konnte kaum etwas essen. In diesen Wochen hatte ich extreme Symptome, Schwindel und Benommenheit. Das ist drei Jahre her, und Nackenprobleme, Schwindel, Benommenheit und Sehstörungen sind bis heute geblieben.

Zuerst abklären

Egal ob plötzlich oder schleichend, bei neu auftretenden Symptomen sollte man immer einmal ärztlich abklären lassen, ob eine behandelbare Krankheit dahintersteht. Meist ist das glücklicherweise nicht der Fall, und dann gilt es zu schauen, wie es weitergeht, denn von allein passiert das selten. Wichtig: Der Auftrag der Ärzte ist, behandelbare Erkrankungen früh zu diagnostizieren und einen Therapieplan anzubieten, nicht, dafür zu sorgen, dass es dir gut geht.

Oft kein Knall, sondern eine überschrittene Schwelle

Was sich wie eine akut auftretende Symptomatik anfühlt, wie ein regelrechter Knall, ist häufig eher ein langsam wachsender Prozess, bei dem wir irgendwann eine Schwelle überschreiten. Dann richtet sich plötzlich der Fokus darauf, man bekommt deutlicher mit, was los ist, aber es kommt nicht wirklich plötzlich. Die typischen Faktoren sind meist nicht von gravierender körperlicher Natur. Bei dir war damals vielleicht ein unangenehmes Magen-Darm-Geschehen, eventuell ein Bakterium, vielleicht nach einer Reise, so etwas sieht man etwa auch bei einer Hepatitis. Die heute persistierende Symptomatik hat aber meist relativ pragmatische Gründe.

Der Körper „sagt" sinngemäß: so nicht mehr

Einen depressiven Zustand sehen wir heute nicht als Ursache. Nicht weil du an einer Depression erkrankt bist, hast du depressive Symptome, sondern weil du die Symptome hast, kann man es so benennen. Man interpretiert depressive und panikorientierte Muster eher evolutionsbiologisch: Dein Körper hat ein Thema damit, wie du dein Leben lebst. Dabei muss ich aufpassen, was ich sage: Ich glaube nicht, dass Gehirn oder Körper zu uns sprechen wollen. Der Körper ist eine Maschine, die unter bestimmten Bedingungen besser funktioniert, nutzt du ihn so, dass er nicht optimal laufen kann, bekommst du eine entsprechende „Betriebstemperatur" mit. Er will dir nichts sagen, aber wir können lernen, seine Sprache zu interpretieren. Nach ausreichender ärztlicher Abklärung, etwa keine Schilddrüsenerkrankung, kann man das so lesen: Dein Kopf möchte dir sinngemäß sagen, mach nicht mehr so weiter wie bisher.

Die Schritte

Schau dir das Video an, wie ein Gefühl entsteht, dort lernst du, wie dein Gehirn Informationen verarbeitet. Dann: Was sind deine inneren Bedürfnisse? Kennst du sie, kommst du an deine persönliche Integritätsebene, eine der Grundlagen für Depression, Panik und Schwindel. Erster Schritt, deine inneren Bedürfnisse herausfinden. Zweiter Schritt, in einen Zustand kommen, in dem du ihnen näherkommst und gerecht wirst. Und herausarbeiten, welche Dinge du gerade tust, die du eigentlich nicht tun müsstest, um sie aus deinem Leben herauszubringen.

In unserer Gesellschaft verwechseln wir oft harte Arbeit mit Erfolg. Da ist etwas dran, aber sinnvoller ist clever zu arbeiten: erst überlegen, wie ich clever ans Ziel komme, und wenn dafür harte Arbeit nötig ist, investiere ich sie gern. Wenn du Bedürfnisse hast, denen du nicht gerecht werden kannst, bleibt die Option der definitorischen Anpassung: weg von perfekt, hin zu gut genug. Gut genug ist perfekt. Und du darfst dir antrainieren, erledigt ist besser als perfekt.

Wie du nach einem körperlichen Auslöser an die eigentlichen Muster und inneren Bedürfnisse herankommst, beschreibe ich ausführlich in meinem Buch bzw. Hörbuch „Schluss mit Symptomen" → hier ansehen.

Bei dir sind nach einem Infekt Schwindel und Benommenheit geblieben, und du möchtest an die Ursachen dahinter? Ich begleite dich in der Onlinetherapie von Bonn aus, deutschlandweit und online. Buch dir hier deinen Termin.

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Nicht die Symptome halten dich vom Glück ab, sondern deine Bewertung