Nicht die Symptome halten dich vom Glück ab, sondern deine Bewertung
Jule fragt sinngemäß: Wäre mein Leben glücklich, wenn ich die Symptome nicht hätte? Sie denkt ja, denn es seien gerade die Symptome, die sie an dem hindern, was glücklich macht, in den Urlaub fahren, in die Berge gehen, wandern, Leute treffen. Sie findet keine Lösung, ohne Angst das zu tun, was sie wirklich glücklich machen würde. (Schreib gern, wenn du anderer Meinung bist, es geht nicht ums Korrigieren, sondern um den Austausch und neue Perspektiven.)
Nicht das Symptom, die Bewertung
Ich hatte kürzlich ein Gespräch mit einem Klienten mit Extrasystolen, der erkannt hatte, dass er vor allem Angst davor hat, dass seine Symptome ihn von einem glücklichen Leben abhalten. Dass wir das glauben, können wir fast alle unterschreiben. Aber: Ein Tinnitus ist in aller Regel nicht schlimm und nicht das Problem, meine Tinnitus-Videos zeigen das an meiner eigenen Geschichte. Das Problem ist die Bewertung, das, was der Kopf dazu sagt, was ist, wenn es nie wieder weggeht, was, wenn es immer schlimmer wird. Eine Extrasystole ist ein physiologischer Vorgang des Herzens, meist nichts Krankhaftes, nicht sie macht das Leben schwer, sondern die Bewertung.
Zusammengefasst: Deine Symptomatik hält dich nicht vom glücklichen Leben ab. Die Symptome zu verändern kostet sogar deutlich mehr Energie, als zu lernen, die Bewertungsmechanismen zu verändern. Genau das ist der Weg: eine eigene Kompetenz wecken, im Kopf selbst mit dir zu sprechen, über die Inhalte, die du erleben möchtest, nicht über die, die dein Gehirn dir als mögliche Katastrophe aufzeigt.
Glück ist ein eigenständiges Projekt
Du sagst, die Symptome halten dich vom glücklichen Leben ab. Aber das glückliche Leben ist nicht automatisch da, wenn die Symptome weg sind. So funktionieren wir Menschen nicht. Wir sind nicht ein Kern aus Glück, von dem nur die äußere Hülle abplatzen müsste, damit der wahre Kern hervortritt. Glück ist genauso die Folge von Gedanken, Erlebnissen und Bewertungsmustern. Nur weil die vermeintlich negativen Aspekte draußen sind, sind wir noch lange nicht glücklich.
Deshalb sollten wir uns nicht darauf fokussieren, Symptome abzubauen, sondern uns darauf trainieren, glücksfördernde Aspekte mehr und mehr in unser Leben zu bringen. Nicht die glücklichen Menschen sind dankbar, die dankbaren Menschen sind glücklich. Glück ist, wie Liebe und Angst, ein Gefühl auf Grundlage erlebter Prozesse.
Einzelne Projekte und der normale Weg
Nimm dir deine einzelnen Projekte heraus: die Angst vor Symptomen im Urlaub, die Angst bei Feierlichkeiten. Das sind alte, noch nicht umtrainierte Denkmuster. Und wenn du die Kontrolle im Kopf etablierst, wirst du immer wieder rückfällig, ich auch, das ist völlig normal, wir müssen uns stets neu darauf trainieren, bestimmte Muster zu denken und Gedanken umzuformulieren.
Der ganz normale Prozess, den ich mit jedem gehen würde: Erstens, verstehen, wie ein Gefühl entsteht, welche Bilder und inneren Stimmen da sind. Zweitens, die Befürchtungen zusammenfassen und immer wieder aufschreiben, um Muster zu finden. Und vor allem: Wir brauchen viel mehr Konkretes.
Warum Glück ein eigenständiges Projekt ist und wie du deine Bewertungsmuster veränderst, beschreibe ich ausführlich in meinem Buch bzw. Hörbuch „Schluss mit Symptomen" → hier ansehen.
Du glaubst, erst ohne deine Symptome glücklich zu sein? Lass uns an den Bewertungen und am Glück selbst arbeiten. Ich begleite dich in der Onlinetherapie von Bonn aus, deutschlandweit und online. Buch dir hier deinen Termin.