Mutiger und neugieriger werden, ohne Panikattacken

An einem Sonntagabend, während ich Nachrichten beantworte, schreibt mir eine junge Frau, die gerade ihren kleinen Sohn zur Welt gebracht hat. Ihr Ziel: mutiger und neugieriger zu werden, und zwar ohne Panikattacken, und nicht mehr auf die automatisierten Symptome des eigenen Gehirns hereinzufallen. Das kennen wir alle, und darauf möchte ich kurz eingehen.

Warum Ziele wichtig sind

Ziele geben Orientierung und Flexibilität. Wenn ein Plan nicht funktioniert, veränderst du den Plan, nicht das Ziel. Manche sagen, mein Ziel ist, keine Ziele zu haben, auch das ist ein Ziel, und wenn es jemand so möchte, warum nicht. Für meine Klientinnen und Klienten und für mich selbst gilt: Mit einer strategischen Zieleebene wird vieles kontrollierbarer, und es entstehen mehr gute Gefühle. Denn dein Blick nach vorne, dein Plan, darf schon heute gute Gefühle machen.

Ziele richtig definieren

Unser Gehirn kann Informationen nicht nicht verarbeiten. Hast du das Ziel „ich will bloß nicht im Stau stehen", macht dein Gehirn kein Bild von einer leeren Straße, sondern zeigt dir die Rücklichter. Deshalb das erste Kriterium: Ziele in der Anwesenheitsform des Erwünschten formulieren. Ich wünsche mir eine gute, schnelle, sichere Fahrt, freie Straßen, Gesundheit. Dazu kommen drei weitere Qualitäten: Kontrolle über den Zielerreichungsprozess, es sollten deine eigenen Ziele sein, und sie dürfen SMART sein, spezifisch, messbar, attraktiv, realisierbar und terminiert. Du musst das nicht verbissen betreiben, aber hältst du dich daran, kommt dein Gehirn nicht umhin, Bilder entstehen zu lassen. Und genau diese Bilder, deine Ziele, bringen dich nach vorne, sodass du Lust bekommst, bestimmte Dinge zu erleben.

Mut ist nicht Waghalsigkeit

„Ich wäre gern mutiger" ist erst mal sehr abstrakt. Was heißt das genau, in welchen Situationen? Mut grenzt sich zuerst von Waghalsigkeit ab. Sich ohne Vorbereitung, ohne Fachwissen und Routine an etwas zu trauen, bei dem man sonst Schutzgedanken hat, ist waghalsig, und unser Kopf will überleben, nicht waghalsig sein. Mut besteht aus drei Komponenten. In meiner Rettungsdienstzeit wurde ich mal mutig genannt, dabei wusste ich einfach, was ich tue: Fachwissen, Routine, und ich hatte eine Garantenstellung, ich musste helfen. Deshalb arbeiten wir so: Was genau möchtest du dich trauen? Wir grenzen es ein, bauen Fachwissen zu deinem Thema auf, bauen Routineoptionen ein und führen dich Schritt für Schritt heran. Und drittens bringen wir mehr Selbsterlaubnis in deine gedankliche Situation. Dann fühlst du dich in den entsprechenden Situationen mutiger.

Neugier und Skepsis

Du möchtest auch neugieriger werden. Neugier grenze ich von Skepsis ab. „Ich bin skeptisch" bedeutet oft, dass jemand den typischen Abwehrgedanken des Kopfes hat, sich distanziert und nicht weiter beschäftigt. Für mich heißt Skepsis dagegen eher, diese Abwehrgedanken zu erleben, mich aber trotzdem bewusst auf die skeptischen Inhalte zuzubewegen und mit ihnen zu arbeiten. Unser Kopf hat keine Lust auf Veränderung, er sagt, das ist etwas anderes als unsere bisherige Überlebensstrategie, das könnte gefährlich werden, und gibt Widerstandsgedanken hoch. Wenden wir uns den Dingen zu, von denen uns das automatisierte Gehirn sonst zurückdrängt, trainieren wir uns einen Zustand an, den man mit der Zeit vielleicht einfach neugieriger nennen darf.

Rund um Ziele, Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen geht es ausführlich in meinem Buch „Mehr Selbstwertgefühl in 10 einfachen Schritten" (Humboldt Verlag). Alles dazu, mit vielen Videos, findest du auf 10einfacheschritte.de sowie unter meinen Büchern.

Du möchtest mutiger und neugieriger werden, ohne dich zu überfordern? Ich begleite dich in der Onlinetherapie von Bonn aus, deutschlandweit und online. Buch dir hier deinen Termin.

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Wenn die Atmung zum Thema wird: enge Brust, Sauerstoffsorge, Atemnot, Unruhe

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