Seit 12 Jahren Schwindel, Panik und Benommenheit

Ein Zuschauer schreibt: Ich habe seit zwölf Jahren einen permanenten Benommenheitsschwindel ohne Befund, was kann man da machen, keiner weiß mehr Rat. Das ist eine Aussage, die man gar nicht selten entgegnet bekommt. Benommenheitsschwindel ist ein sehr guter Begriff für das Problem, das viele kennen: man ist benommen, ein bisschen diffus, ein bisschen schwindelig, man steht neben sich.

Dass das seit zwölf Jahren besteht, ist krass lang. Meine persönliche Einschätzung: Kein Mensch muss diese Symptomatik über so lange Zeit haben, wir finden in der Regel immer die Ursachen, die sich auch beheben lassen. Spannend ist, dass sich auf diesen Kommentar gleich mehrere angeschlossen haben, bei mir genauso, viel Geld und Zeit investiert ohne Erfolg. Das sollte eigentlich nicht so sein.

Problem eins: Wartezeiten

Kassenzugelassene Psychotherapeuten haben lange Wartezeiten, wir rechnen nicht mehr in Wochen, sondern in Jahren, zwölf bis achtzehn Monate ist die Standardgröße, die man als Betroffener immer wieder hört. Du hast heute ein Problem und willst heute etwas verändern, nicht in anderthalb Jahren. Laut Kassenvereinigung, etwa KV Nordrhein, hast du zwar das Recht auf eine Psychotherapie innerhalb von drei Monaten, darfst dabei aber kaum Wünsche äußern, etwa einen männlichen oder weiblichen Therapeuten oder einen in der Nähe statt 25 Kilometer weit weg. Da läuft einiges suboptimal.

Problem zwei: veraltete Ansätze

Das größte Problem: Ich bekomme Rückmeldungen wie, ich bin bereits in Therapie, aber meine Therapeutin konnte mir das nicht erklären, und auf Nachfrage hieß es, weiß ich auch nicht so genau, kann sein, dass es damit zusammenhängt, und das zwölf Jahre lang. So geht das nicht. Aus einem Kommentar heraus kann ich natürlich nicht sagen „mach das, alles wird gut", ich kenne weder die Person noch ihre Lebenslage. Aber ich kann sagen, man bekommt das deutlich schneller weg.

Das Problem bei vielen kassenzugelassenen Ansätzen ist aus meiner Sicht, dass sie stark veraltet sind, die Psychoanalyse weit über hundert Jahre, die tiefenpsychologische Psychotherapie Jahrzehnte, mit der kognitiven Verhaltenstherapie (Modelllernen und Ähnliches) kann ich mich eher anfreunden, da sind ein paar gute Sachen dabei. Ich bin von Haus aus systemischer Therapeut, arbeite mit NLP, komme aus der Notfallrettung und rede mit den Leuten auf einer wissenschaftlich-medizinischen Ebene. Das typische Problem: Du gehst irgendwann zum Kassentherapeuten, der sagt, und wie fühlen Sie sich, wenn Sie mir das erzählen, okay, dann bis nächste Woche, und so geht es weiter, während die Leute sagen, machen Sie doch meinen Schwindel weg. Es gibt ganz viele hervorragende Psychotherapeuten, das Grundproblem ist, dass viele kassenzugelassene Therapieansätze veraltet sind.

Ich habe mindestens einmal im Jahr einen kassenzugelassenen Fachkollegen bei mir sitzen, ich selbst habe keine Kassenzulassung, denn damit müsste ich den ganzen Tag Befunde schreiben und Patienten annehmen, die ich gar nicht begleiten möchte und die nicht vorankommen wollen, aber von der Kasse bezahlt werden. Mit diesen Kollegen habe ich immer nur eine Sitzung. Einer spiegelte mir zurück: Mit den Modellen, mit denen ich arbeite, führe ich vor Augen, dass die wirklich hilfreichen Dinge in der Kassentherapie nicht vermittelt werden. Schau dir das Video an, wie ein Gefühl entsteht: Unser Gehirn verarbeitet in Form von Sehen, Hören und wie wir uns in bestimmten Situationen verhalten. Dieses Bild gebe ich jedem Klienten in der ersten Sitzung mit. Ein Kollege sagte mir einmal, Sie führen mir gerade vor Augen, dass ich seit dreißig Jahren das Wesentliche mit den Leuten nicht besprechen konnte, das ist auch unangenehm, zu Ihnen komme ich nicht wieder.

Zwölf Jahre haben einen Hintergrund

Zwölf Jahre permanente Benommenheit haben irgendeinen Hintergrund. Kommt sie von der Wirbelsäule, lässt sich das therapieren, kommt sie aus einem hormonellen Hintergrund, ebenso. Aus meiner Erfahrung spielt wahrscheinlich etwas wie die persönlichen Denkmuster eine Rolle. Ich kann erahnen, wie die Denkmuster der betroffenen Person sein könnten, aber nicht direkt sagen, das sind die Denkmuster und die sollten so verändert werden, da bin ich auf den Austausch angewiesen.

Wenn du den Kommentar geschrieben hast, meld dich, wir sprechen in Ruhe darüber, machen ein Video oder einen Livestream, oder schreib einfach. Wer konkrete Fragen hat, schickt sie rüber, ich beantworte sie gern und gebe zum Nachdenken anregende Gegenfragen zurück. Die einen brauchen in der Praxis etwas länger, die anderen sind schneller, aber wenn es auf Denkmuster zurückführbar ist, können wir sie immer verändern, und dann kommt man an das Thema heran.

Wie du deine Denkmuster erkennst und veränderst, beschreibe ich ausführlich in meinem Buch bzw. Hörbuch „Schluss mit Symptomen" → hier ansehen.

Du hast seit Jahren Schwindel und bist bisher nicht weitergekommen? Nach ärztlicher Abklärung begleite ich dich gern. In der Onlinetherapie von Bonn aus, deutschlandweit und online. Buch dir hier deinen Termin.

Ein über lange Zeit bestehender Schwindel gehört zuerst fachärztlich abgeklärt, etwa über Hausarzt, HNO, Neurologie oder, bei hormonellem Verdacht, Endokrinologie, bevor du von einer psychogenen Ursache ausgehst.

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Zuschauerfragen #1: Schwindel, Panik und Benommenheitsgefühl