Nicht was andere denken verletzt dich, sondern dein Gedanke darüber

Ein Thema, das wir alle kennen: Was ist, wenn jemand schlecht über mich denkt? Das Spannende ist, was ein anderer über dich denkt, kann für dein Gefühl nie direkt zu einer Veränderung führen, denn sein Denken ist nicht mit deinem Gehirn verbunden, mit der Instanz, die Gefühle verarbeitet.

Was wirklich wirkt

Wir dürfen konkretisieren: Das, was du denkst, was jemand über dich denken könnte, ist ein Gedanke in deinem Kopf, der von deinem Gehirn verarbeitet wird. Deshalb lohnt es sich, einen trennenden Charakter einzubringen und sich vor Augen zu führen: Es ist nicht so, weil Michael schlecht über mich denkt, sondern ich denke, er könnte schlecht über mich denken. Dieses Klarstellen und Klassifizieren ist ein wichtiger Punkt.

Dabei haben wir Bilder, aber bei solchen Themen vor allem auditive Sprachmuster im Kopf. Früher hätte ich gesagt, du redest den ganzen Tag mit dir, heute würde ich eher sagen, wir hören den ganzen Tag eine Stimme. Manchmal sind die Präsenzen konkret, etwa, ich habe mich total angestrengt, und er hat nicht mal danke gesagt. Oft aber sind die Gedanken nicht zu Ende gedacht, ein Gedanke an einen Gedanken, den wir gar nicht wirklich zu Ende denken, der aber präsent bleibt. Gerade bei diesen diffusen Angelegenheiten entsteht eine Gefühlswahrnehmung, die uns negativ beeinträchtigt, obwohl nichts Konkretes da ist.

Den Gedanken mit dem Lasso zurückholen

Wir sind letztlich das, was wir vorher gedacht haben. Deshalb lohnt es, bei solchen Fällen zu erkennen, da war ein Gedanke an einen Gedanken dabei, den wir uns direkt wieder greifen sollten, sonst hallt das Erlebte nach und löst konsequent Gefühle aus. Also schnappen wir ihn uns und schreiben ihn konkret auf, zum Beispiel: Ich habe die Befürchtung, ich gehe mit meiner Freundin in den Park zum Open-Air-Kino und werde von allen blöd angeguckt. So beschäftigen wir uns mit Gedanken, die uns helfen, Abstand zum Erlebten zu bekommen und vielleicht sogar Lösungen zu finden.

Achte in deinem Alltag darauf: Hast du gerade einen Seitenhieb mitbekommen, der schmerzt, aber nur ein diffuser Gedanke an einen Gedanken war? Solche kommen schnell, und wir wollen schnell wieder weg von ihnen. Hol stattdessen das Lasso raus, zieh den Gedanken wieder heran, schreib ihn auf und schau ihn dir genauer an. Musst du jede Sache aufschreiben? Nein. Aber gerade zu Beginn und um das Feld zu erkunden, hilft es, viel mitzuschreiben.

Können, wollen, müssen, und warum sich etwas „schwierig" anfühlt

Ein wichtiger Punkt: Was wir können, aber weder wollen noch müssen, machen wir nicht, besonders, wenn keine großen Ziele uns hinziehen und keine Schmerzen uns antreiben. Und wenn wir etwas wollen oder müssen, es aber als schwierig empfinden, lohnt ein genauer Blick. Wenn du dein Auto zur Arbeit schiebst, statt zu fahren, ist das schwer, gerade bergauf, aber du kommst voran. Wenn Leute sagen, etwas sei schwierig, meinen sie meist, sie kommen gar nicht voran. Das heißt: Wenn wir etwas wollen oder müssen, aber nicht können, empfinden wir es als schwierig. Bei Dingen, die sich immer wieder schwierig anfühlen, dürfen wir kurz innehalten und überlegen, wo mir gerade Kompetenz, Können, Fachwissen oder Routine fehlt, um weiterzukommen.

Und ja, ich schreibe auch nicht alles in meinem Leben auf, mir geht es gut damit. Aber ich profitiere manchmal doch davon, etwas aufgeschrieben zu haben, weil es im Kopf dieselbe Entlastung bringt wie bei allen anderen Menschen auch.

Wie du diffuse Gedanken greifbar machst und erkennst, wo dir Kompetenz fehlt, beschreibe ich ausführlich in meinem Buch bzw. Hörbuch „Schluss mit Symptomen" → hier ansehen.

Dich beschäftigt oft, was andere über dich denken könnten? Lass uns daran arbeiten. Ich begleite dich in der Onlinetherapie von Bonn aus, deutschlandweit und online. Buch dir hier deinen Termin.

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Es gibt nicht den richtigen Gedanken, es geht ums Eingreifen

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Warum verschwindet die Motivation so schnell wieder?