Kinder zu Glück und Nachhaltigkeit erziehen
Ich bin gerade mit einem Kind allein im Urlaub unterwegs, und es ist total schön, einfach zu beobachten, wie das Kind hier vor sich hin lebt, Spaß hat und in seiner eigenen Kompetenz in sich ruht. Ich mag solche Momente, ein bisschen Stimmung einfangen und ein paar Gedanken kreisen lassen. Und gerade kommt mir ein Gedanke hoch, den ich sehr spannend finde.
Glück und Nachhaltigkeit
Ich habe einmal erzählt, dass ein Mechanismus für ein glückliches Leben darin liegt, die Dinge zu tun, die uns glücklich machen. Ich kann mir den ganzen Tag etwas suchen, das mir ein gutes Gefühl bringt, sei es die Ruhe, seien es die äußeren Bedingungen. Wir dürfen den ganzen Tag Dinge tun, die uns guttun, und dabei den Aspekt der Nachhaltigkeit beachten. Also nicht den ganzen Tag am Computer zocken, nicht den ganzen Tag irgendwelche Substanzen einwerfen. Ich sitze gerade draußen vor einem Restaurant, es ist ein richtig mieses Schmuddelwetter, ich schaue aufs Wasser, der Wind peitscht, der Regen knallt, wunderbar. Das macht glücklich, das tut gut.
Kinder agieren intuitiv, und wir trainieren es ihnen ab
Ich beobachte dieses Kind, das in seiner eigenen Kompetenz gut und in Fülle zu sein scheint, und mir fällt etwas auf. Wir Menschen neigen dazu, so mit unseren Kindern umzugehen, dass wir gerade nicht die Fähigkeit fördern, die wir eigentlich fördern sollten. Kinder sind uns ein großes Vorbild, weil sie sehr intuitiv agieren, sie lassen uns direkt wissen, wenn sie etwas wollen oder sich nicht wohlfühlen. Genau das sollte man fördern, denn uns wurde es abtrainiert, im Kindergarten, in der Schule, in der Ausbildung, in der Uni. Wir dürfen nicht das machen, was wir gerade wollen, wir dürfen nicht sagen, wie es uns geht und dass wir etwas anders haben wollen. Das wird uns abtrainiert, und das haben wir uns antrainiert. Wir sollten darauf achten, dass unsere Kinder das, was sie von Natur aus haben, in gewisser Hinsicht behalten.
Wir erziehen fürs Glück, bringen es aber nie bei
Dann ist mir noch etwas durch den Kopf gegangen: Wir behandeln unsere Kinder nicht so, dass wir ihnen beibringen, wirklich ins Leben zu kommen. Eigentlich ist doch alles, was wir tun, auf das Glück unserer Kinder ausgerichtet. Wir wollen, dass sie eine gute Ausbildung haben, gut durch die Schule kommen, gute Jobmöglichkeiten haben, später viel Geld verdienen können. Warum? Damit sie glücklich sind. Aber nirgendwo bringen wir unseren Kindern gezielt bei, glücklich zu sein. Und wir neigen auch nicht dazu, ihnen die Nachhaltigkeit beizubringen.
Glück bedeutet, die Dinge zu machen, die einen glücklich machen, und dabei den Aspekt der Nachhaltigkeit zu beachten. Wir gehen so mit unseren Kindern um, dass wir ihnen Glück abtrainieren. Dabei sollten wir ihren natürlichen Glückstrieb pflegen und aufrechterhalten und ihnen zugleich die Nachhaltigkeit beibringen.
Warum Glück entsteht, wenn wir die Dinge tun, die uns nachhaltig guttun, beschreibe ich ausführlich in meinem Buch bzw. Hörbuch „Schluss mit Symptomen" → hier ansehen.
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