Herzstolpern trotz 5 Kardiologen? Hypochondrie, Schwindel und Panik
Noch einmal zur Herzthematik: Ich habe fünf Kardiologen aufgesucht, alle haben festgestellt, dass alles in Ordnung ist, keiner war unzufrieden wegen einer mangelnden Untersuchung, höchstens, weil die Problematik bleibt. Belastungs-EKG, EKG, jung, Facharzt, alles okay. Dennoch vertraue ich meinem Körper nicht und steigere mich bei jedem Picken und Drücken im Brustkorb hinein. Ich nehme seit vier Jahren ein Medikament, es hilft nur bedingt, die chronische Symptomatik ist schlimmer geworden, und es kamen neue Symptome dazu, eine Enge im Halsbereich und ein Kloß im Hals.
Zur Erinnerung: Ärzte sind nicht dafür da, dass es euch gut geht, sondern dass sie frühzeitig eine behandelbare Krankheit diagnostizieren und Therapieoptionen aufzeigen. Fürs Wohlergehen müssen wir andere Wege finden.
Woher Enge und Kloß im Hals kommen
Engegefühl und Globusgefühl im Hals treten in diesem Kontext relativ häufig auf und lassen sich meist erklären. Vermehrte Stresssituationen, ungelöste Probleme und ständige Befürchtungsbilder lösen immer wieder eine Stresshormonausschüttung aus, Kampf- und Fluchtmodus. Die Stoffe erhöhen unter anderem die Herzgeschwindigkeit und führen zu mehr Magensäure. Wird nachts mehr Magensäure ausgeschüttet, kann Säure oder Speisebrei zurücklaufen, und du hast den ganzen Tag ein komisches Gefühl, bist heiser, dazu das Globusgefühl. So läuft eine solche Genese ab.
Den Medikamenteneinsatz hinterfragen
„Seit vier Jahren" bedeutet, dass hier eine Symptomatik mit antidepressiver Medikation behandelt werden sollte, scheinbar aber nicht erfolgreich, deshalb sollte der Einsatz deutlich hinterfragt werden. Mirtazapin etwa wird oft abends genommen, weil es müde macht. Beim Thema Antidepressiva sagen viele, ich brauche eines, um mehr Energie zu haben, um mein altes Leben wieder leben zu können, aber dieses alte Leben war ja ein Grund für die Problematik. Also die Frage: Wozu nehme ich ein solches Medikament? Vielleicht wurde es wegen der erhöhten Introspektionsfähigkeit verschrieben, deiner Fähigkeit, in dich hineinzuhören. Nimmst du es aber und hast die Problematik trotzdem, kann es eigentlich nicht die Lösung sein, und man sollte näher überprüfen, was los ist. Dafür reichen ein paar Videos nicht. (Wichtig: Ob und wie eine solche Medikation geändert wird, entscheidest du nicht allein, sondern immer mit dem verschreibenden Arzt.)
Du vertraust deinem Körper zu 100 Prozent, nur der falschen Ebene
Ich glaube, du vertraust deinem Körper sehr stark, sogar zu 100 Prozent, Thema Selbstvertrauen. Schau dir das Video an, wie ein Gefühl entsteht. Dort differenziere ich drei Begriffe. Selbstwertgefühl ist das Ergebnis der Bewertungen von mir an mich selbst, werde ich ständig kritisiert oder übernehme Kritik, ist das Selbstwertgefühl im Keller, nicht weil es dort ist, sondern weil ich darauf trainiert bin, hart mit mir umzugehen. Selbstbewusstsein ist die Frage, wie bewusst mir ist, ob ich passiver Zuschauer meiner Gedanken bin oder aktiv werde, dein Kopf denkt doch, was du willst. Und Selbstvertrauen ist das Reagieren auf die Dinge, die wir im Kopf haben: Du siehst jemanden, denkst, sprech ich ihn an, gehst aber nicht hin, es mangelt an Selbstvertrauen, weil du im inneren Auge eine misserfolgsorientierte Situation erlebst, die dir rät, nicht hinzugehen. Das funktioniert nur, wenn du dieser Ebene maximales Vertrauen schenkst.
Genauso vertraust du deinem Körper zu 100 Prozent, aber nicht dem Symptom, sondern: Du hast eine körperliche Wahrnehmung, auf der auditiven Ebene kommt eine negativ-dramatische Bewertung deines Gehirns, und der vertraust du. Du lässt sie so stehen und hast dir noch keine anderen Bewertungsmuster antrainiert. Es ist also umgekehrt das Resultat eines maximalen Vertrauens in das eigene innere Erleben.
Warum Veränderung Widerstand braucht
Eine solche Definition ist erst mal ganz anders als das, was du vorher gedacht hast. Wenn ich etwas empfehle und du sofort sagst, genau, das ist gut, dann entspricht es deinen bisherigen Denkmustern, und genau die haben zu den Symptomen geführt. Wir hören am ehesten denen zu, die sagen, was wir sowieso denken, wir glauben an das, was wir am häufigsten gehört haben. Deshalb müssen wir gemeinsam etwas konzipieren, das deinen bisherigen Denkmustern entgegensteht, und das geht erst mal mit Widerstand. Wir wollen nicht Falsches als richtig bewerten, aber ohne Widerstand, Skepsis und Zweifel lässt sich keine Veränderung installieren.
Der erste Veränderungsaspekt: lernen, dass du maximales Vertrauen in diese Körper-Bewertung hast, und zu fragen, welchen Prämissen du Vertrauen schenkst. Es geht nicht darum, die dramatische automatisierte Bewertung abzustellen, sondern andere Dinge groß zu machen als das Körperliche und den Fokus auf Wichtigeres zu richten. Es gibt nicht das eine richtige Argument, das sofort und ohne Widerstand hilft. Aber es gibt vernünftige Dinge zum Ergänzen. Auch bei mir ist das so: Ich bücke mich, komme hoch, Schmerz, und der erste Gedanke meines dramatisch denkenden Gehirns ist Tumor oder dialysepflichtig. Ein zweiter muss von mir kommen, denn wenn ich nichts hindenke, kommt kein anderer Bewertungsgedanke. Es geht nicht darum, dass das Gehirn nicht mehr negativ bewertet, das ist tief in uns, und gut, dass wir und unsere Vorfahren Angsthasen waren, sonst gäbe es dieses Video nicht.
Akzeptanz und der zweite Gedanke
Es gilt zu akzeptieren, dass ich immer dramatisch denken werde, das ist normal und gesund. An der Symptomatik vieler, die bei mir sitzen, kann man sehen, dass sie psychisch gesund sind. Das Wichtige ist die Akzeptanz, dass du dir kraft deiner Gedanken die Symptome und die Bewertungsmuster über die Zeit angedacht hast. Es geht nicht darum, dass du das aufhören kannst, sondern dass du lernst, es zu ergänzen, sodass schnell der nächste Gedanke kommt: Das ist kein Nierentumor, ich habe zu viel gegessen, zu viel Luft im Bauch, zu wenig getrunken, mich gerade gebückt. Und dann schnell den Fokus wieder auf das Wesentliche, Nächste richten. Die Struktur ist immer gleich, den Fokus neu auf andere Dinge richten, damit er nicht beim Alten bleibt, welcher Inhalt das ist, ist höchst individuell. Deshalb freue ich mich über eure detaillierten Zuschriften.
Wie du den zweiten, ergänzenden Gedanken aufbaust und den Fokus neu richtest, beschreibe ich ausführlich in meinem Buch bzw. Hörbuch „Schluss mit Symptomen" → hier ansehen.
Fünf Kardiologen sagen gesund, und trotzdem vertraust du deinem Körper nicht? Nach ärztlicher Abklärung begleite ich dich gern. In der Onlinetherapie von Bonn aus, deutschlandweit und online. Buch dir hier deinen Termin.