Herzstolpern mit Luftnot und Übelkeit: Steckt eine Panikstörung dahinter?

Marina hat sich gemeldet: Sie finde nicht, dass es egal sei, ob man diese Stolperer spürt oder nicht, sie kämen unverhofft, das Herz schlage völlig durcheinander, und es träten genug Begleiterscheinungen auf, Luftnot, Kraftlosigkeit, Übelkeit. Am Ende schreibt sie: Nur wer es nicht hat, kann so reden.

Diese Begleitsymptome gehören nicht zum Herzstolpern

Ein wichtiger Hinweis vorweg: Wir sind im Bereich Herzstolpern und Extrasystolen unterwegs, und Symptome wie Luftnot, Kraftlosigkeit und Übelkeit gehören auf kardiologischer Ebene in der Regel gar nicht zum Auftreten von Extrasystolen. Was wir aber sehr häufig haben, ist ein stark erhöhtes Niveau von Stresshormonen, etwa durch ständige Befürchtungsmuster, durch Angst und durch ungelöste Probleme, die wir im Leben hinter uns herziehen. Genau diese verursachen Luftnot, Kraftlosigkeit und Übelkeit, und das Überraschungsmoment, das Marina beschreibt, passt sehr gut in den Kontext einer Panikstörung. Wichtig: Nicht weil jemand an einer Panikstörung erkrankt ist, hat er diese Symptome, sondern weil jemand spezifische Symptome zeigt, können wir es so nennen.

Warum es sich schlagartig anfühlt

Über die Distanz lässt sich nur erraten, was bei dir konkret dahintersteckt, für eine klare Hilfestellung müsste man in die Tiefe gehen. Die beschriebenen Symptome klingen aber nach einem über den Alltag kumulierenden Stresshormonniveau. Das kommt oft gar nicht plötzlich um die Ecke, sondern irgendwann wird eine kritische Marke überschritten, und es fühlt sich an, als wäre die Symptomatik schlagartig da.

Alle diese Symptome sind zunächst nicht per se schlimm. Wir haben eine Wahrnehmung, und unser Bewertungssystem denkt dramatisch, negativ und misserfolgsorientiert. Lassen wir diese Bewertung so stehen, wie sie ist, wird daraus mit der Zeit Angst und ein negatives Gefühl.

Das Problem sind nicht die Fragen, sondern die fehlenden Antworten

Eine Problematik ist für uns subjektiv oft mit Fragen verknüpft: Ich stelle mich infrage, also habe ich wahrscheinlich einen Makel. Oder ich frage immer wieder: Was ist das? Doch das eigentliche Problem erkennt man nicht an der Frage. Negativ zu denken und Fragen zu stellen ist völlig gesund, wir Menschen neigen aber dazu, unsere eigenen Fragen nicht zu beantworten.

Ein Beispiel: „Was ist, wenn ich die Klausur nicht bestehe?" Die reine Frage sorgt nicht dafür, dass ich bestehe. Habe ich aber ein positives Zielbild und eine Strategie, bekomme ich einen viel besseren Bezug dazu, mich ans Lernen zu setzen. Genauso beim Herzstolpern: „Was ist, wenn es noch mal passiert?" Ja, dann springt das Herz, man reagiert etwas angestrengt, und die Welt dreht sich weiter. Mach dir bewusst, dass du den ganzen Tag mit dir selbst im Gespräch bist und dir viele Fragen stellst, und dass nicht die Fragen das Problem sind, sondern dass du noch keine Antworten für sie hast.

Die Qualität deiner Fragen

Wir kritisieren uns oft dafür, nicht einmal auf die einfachsten Fragen eine Antwort zu haben, etwa: Was möchte ich mit meinem Leben anfangen? Dabei sind die am einfachsten klingenden Fragen die schwersten, sie wirklich mit Inhalt zu füllen. Unser Gehirn liefert automatisch Antworten, wenn wir uns mit Dingen beschäftigen. Bekommst du auf eine Frage keine automatische Antwort, stellst du meist deine Antwortkompetenz infrage. Umgekehrt gilt: Dann solltest du die Frage verändern, denn die Qualität deiner Fragen hängt mit der Qualität deines Lebens zusammen. Je mehr du bewusst andere Fragen erlebst, desto mehr wird dein Gehirn von sich aus Antworten liefern.

„Nur wer es nicht hat, kann so reden"

Diese Gefühle kenne ich sehr wohl, ich hatte selbst Panikattacken. Ich lerne meist zwei Gruppen kennen: die einen, für die schon alles verloren scheint, und die anderen, die einen Schritt weiter sind und sich fragen: Was muss ich tun, damit ich das erreiche? Genau da wollen wir hin. Du vergleichst dich vielleicht mit anderen, das ist überhaupt kein Problem, das liegt tief in unserer Natur. Kritisiere dich nicht dafür, sondern stell die konkrete Frage: Wie kannst du das, was du beobachtest, vielleicht selbst erreichen?

Liebe Marina, du erweiterst deinen Horizont, indem du dich fragst, wie du über diese Thematik so weit hinauskommst, dass du eines Tages selbst so darüber sprechen kannst wie viele andere, die diese Dinge ebenfalls erlebt haben. Es geht vor allem um Greifbarkeit: Lerne, dass du den ganzen Tag mit dir selbst sprichst, dass deine Bewertungen nicht krankhaft, aber problematisch sein können, und lerne, die richtigen Fragen zu stellen.

Wie Panik, Begleitsymptome und die Bewertung dahinter zusammenhängen und wie du mit deinen Fragen und Zielen arbeitest, beschreibe ich ausführlich in meinen Büchern und Hörbüchern → hier ansehen.

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„Bilde ich mir das ein?" Was du beim Herzstolpern wirklich spürst