Helfen Meditation und Achtsamkeit gegen Schwindel und innere Bilder?

In diesem Beitrag hinterfrage ich, ob Meditation und Achtsamkeitstraining helfen, mit einer Schwindelsymptomatik und einem diffusen Gefühl besser umzugehen. Ein Betroffener fragt, ob ich Meditation und Achtsamkeit zum Umgang mit inneren Bildern empfehlen würde, er hat zwölf Jahre Antidepressiva genommen und vor fünf Wochen abgesetzt.

Zuerst abklären, dann einordnen

Grundsätzlich gilt: Erst nach fachärztlich ausdifferenzierter Diagnose und differenzialdiagnostischem Vorgehen, wenn ein organischer Hintergrund ausgeschlossen ist. Eine Symptomatik ist in der Regel nicht das Problem, sondern eine Anzeige dafür, dass der Körper mit etwas im problemorientierten Hintergrund zu tun hat. Der Schwindel ist also nicht das Problem, sondern ein Symptom, das auf vorausgehende Aspekte hinweist. Und ein Symptom ist meist nicht Ausdruck einer Krankheit, der Name ist nur ein Name. In der ICD-Diagnostik ist das Symptom Ausdruck der Denkstrukturen, die sich ein Mensch antrainiert hat.

Innere Bilder sind der eigentliche Ansatzpunkt

Unser Kopf verarbeitet Informationen vor allem über innere Bilder und über die auditive Ebene. Wer sagt, ich stehe dauernd unter Strom, erlebt wahrscheinlich dauerhaft negative, dramatische, misserfolgsorientierte Bilder vor dem inneren Auge. Unser Kopf fängt immer mit dem Misserfolg an, guck mal, so sieht es aus, wenn es nicht klappt. Deshalb heißt die Arbeit mit inneren Bildern zuerst zu lernen, auf welcher Ebene das Problemorientierte sichtbar, hörbar und greifbar wird. Das Arbeiten mit den inneren Bildern ist definitiv sinnvoll.

Achtsamkeit: ja, aber richtig verstanden

Achtsamkeit ist grundsätzlich gut, weil sie einer der Konzentrationsmodi ist, mit denen wir die problematischen Ebenen im eigenen Denken überhaupt erkennen können. Es gibt gute Alltagsübungen, etwa in Verbindung mit der Atmung oder Dankbarkeitsübungen. Was Achtsamkeit aber nicht leistet, ist, uns auf die Dinge zu bringen, die wirklich problematisch sind. Wenn es dir schlecht geht, kannst du dir auch ein Einhorn mit Glitzer vorstellen, das sieht nett aus, löst aber nichts. Diese Refokussierung auf unverfängliche Inhalte, die mit der eigentlichen Befürchtung nichts zu tun haben, hilft nicht. Lernst du dagegen, den Blick auf die wirklich problemorientierten Dinge zu werfen und handlungsfähig zu werden, sind Achtsamkeitsübungen ideal, um im Alltag mehr Geschmeidigkeit hineinzubringen.

Meditation heißt nicht, weniger zu denken

Viele erleben innere Unruhe, weil der Kopf im Blick nach vorne Schutzgedanken produziert: Was ist, wenn die Pandemie nie endet, was mit meinem Kind, was, wenn ich im Job nicht genüge? Dann denken sie, ich bin zu unruhig, ich muss meditieren. Der Meditationsmarkt wächst enorm, und man darf fragen: Müsste es nicht einen Sättigungseffekt geben, wenn es wirklich funktioniert? Ein großer Fehlglaube ist, Meditation sei ein Training, weniger zu denken. Meditation bedeutet nicht, weniger zu denken, sondern einen Gedanken so groß zu machen, dass die anderen keine Rolle mehr spielen. Meditation ist etwas Gutes, aber viele nutzen sie als Ablenkung, obwohl der eigentliche Arbeitsbereich genau dort liegt, wo wir hinmüssen.

Effektivität vor Effizienz

Achtsamkeitsübungen helfen, wenn die Achtsamkeit zuerst die Möglichkeit vergrößert, sich mit den tatsächlichen problematischen Ebenen zu beschäftigen, Befürchtungen in Bildern und inneren Sätzen. Dann kannst du Entspannungstechniken wunderbar darauf aufbauen. Effektivität heißt, die richtigen Dinge tun, Effizienz, sie richtig gut tun, und Effizienz baut auf Effektivität auf. Machst du Achtsamkeitsübungen, ohne zu den relevanten Punkten zu kommen, wirst du nicht effektiv, das ist, wie Löschpapier ins Feuer zu werfen. Ähnlich bei der Meditation: Zeigt dein Kopf im Blick nach vorne Befürchtungen und du versuchst zu meditieren, lenkst du dich nur ab. Ermittelst du aber für deine Probleme Lösungen und packst dann eine Meditation darauf, kann das etwas richtig Gutes sein. Ich bin selbst nicht der Meditationstyp, autogenes Training und progressive Muskelrelaxation fand ich gut.

Antidepressiva und der Umgang mit Alternativen

Zu den zwölf Jahren Antidepressiva: Viele erwarten, dass Antidepressiva eine Depression heilen. An diesem Beispiel sieht man, dass sie das nicht tun, zwölf Jahre sind ein langer Weg, und es sieht nicht so aus, als wären sie nach einer Problembewältigung abgesetzt worden. Und zu Homöopathie oder Akupunktur: Wenn es hilft und keinen Schaden anrichtet, ist es okay. Aus Doppelblindstudien weiß man aber, dass es bei der Akupunktur ziemlich egal ist, wo man sticht, sie wirkt vor allem über die Erwartung. Unsauber angewandt kann sie zudem echte Folgeschäden und Infektionen verursachen. Zur kritischen Einordnung der Homöopathie gibt es sehr sachliche Arbeiten einer bekannten Ärztin, die sich damit auseinandergesetzt hat.

Worauf es bei inneren Bildern ankommt

Finde zuerst heraus, welche inneren Bilder dich tagein, tagaus anfluten. Meditation und Achtsamkeit helfen dir wahrscheinlich nicht direkt dabei, mit diesen Bildern umzugehen, dafür gibt es anderes. Angstauslösende Bilder kommen oft in hoher Geschwindigkeit, dagegen gibt es Zeitlupentechniken. Du kannst lernen, in die Bilder einzugreifen und innerhalb der Bilder zu arbeiten, das geht eher Richtung NLP, und das macht erst Sinn, wenn die Bildebene individuell konkretisiert ist. Wichtig: Wir konkretisieren das Bild, nicht die vermeintliche Ursache, warum es kommt, denn die ist im Grunde immer gleich: Der Kopf setzt dramatische Bilder, weil es ihm hilft. Nicht Meditation und Achtsamkeit an sich helfen, sondern das Training mit den Bildern, konkretisieren, visualisieren und durch Verbalisieren neue Bilder entstehen lassen.

Wie du mit deinen inneren Bildern arbeitest, statt dich nur abzulenken, beschreibe ich ausführlich in meinem Buch bzw. Hörbuch „Schluss mit Symptomen" → hier ansehen.

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Helfen Meditation und Achtsamkeit gegen Schwindel und belastende innere Bilder? Warum Achtsamkeit hilft, die problematischen Ebenen zu erkennen, aber nur das gezielte Training mit den Bildern (konkretisieren, visualisieren, verbalisieren, Richtung NLP) wirklich weiterbringt, warum Meditation nicht heißt, weniger zu denken, und warum Effizienz auf Effektivität aufbaut. Symptome immer zuerst fachärztlich abklären.

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