Der Elefant am dünnen Seil: Warum du deine Komfortzone nicht verlassen musst
Möchtest du auch gerne deine Komfortzone erweitern? Es gibt diesen Satz, das Leben findet außerhalb der Komfortzone statt. Doch viele Menschen tun sich schwer damit, an ihrer Komfortzone etwas zu verändern. Komfortzonen sind etwas über die Lebenszeit Gewachsenes, mit Erfahrungs- und Erlebensmustern, die uns in unseren Grenzen limitieren können.
Konkret werden statt jammern
Wichtig ist, konkret zu werden. Die abstrakte Aussage „ich kann halt nicht aus meiner Komfortzone heraus" ist kein lösungsorientierter Ansatz, das ist Jammern, und es gibt viele Wege zum Glück, keiner davon ist aufhören zu jammern. Und: Das Verlassen der Komfortzone ist gar nicht unbedingt das Ziel. In der Regel haben wir zwei Möglichkeiten, drin bleiben oder verlassen, und beide erachtet unser Gehirn oft als ungünstig. So stecken wir schnell in einem Dilemma, einer Weder-noch-Situation, und sind quasi gelähmt. Im sogenannten Tetralemma arbeitet man deshalb darauf hin, eine vierte Ecke (Tetra, vier) mit einer Sowohl-als-auch-Lösung aufzubauen.
Die Elefanten-Metapher
Vorher eine Geschichte, ich weiß nicht, ob sie stimmt, aber die Metapher finde ich stark. Man bindet einen jungen Elefanten mit einem dicken Seil an einem Pflock fest. Er macht die Erfahrung, weiter als in diesem Radius kommt er nicht, akzeptiert die Grenze und versucht irgendwann gar nicht mehr, sie auszuloten. Deshalb kann man angeblich später einen großen Elefanten mit einem dünnen Seil an einem dünnen Pflock halten. Nicht Pflock und Seil halten ihn zurück, sondern die Erfahrung und das Gelernte: Ich brauche die Grenze gar nicht zu versuchen, das schaffe ich sowieso nicht.
Genauso ist es bei uns. Die Grenze der Wohlfühlzone ist häufig eine über die Zeit gelebte Grenze, geprägt durch Erfahrungswerte. Vor allem besteht die Grenze deiner Komfortzone aus Denkstrukturen: Sie ist so, wie du sie erlebst, weil du denkst, dass sie so ist.
Der dritte Weg: erkunden und erweitern
Gehen wir in die Möglichkeiten: Du kannst drin bleiben, viele sagen, Komfortzone ist doch ganz gemütlich, aber kongruent mit sich ist man dann nicht, wenn man den inneren Wunsch hat, herauszukommen. Oder du gehst raus und konfrontierst dich mit dem bekannten Problem, das bei jedem individuell ist und noch konkret erörtert werden müsste. Genau hier steckt das Dilemma: drin bleiben oder raus, beides willst du nicht wirklich.
Der Trick ist, dich nicht mit dem einen oder anderen zu beschäftigen, sondern zuerst genauer herauszufinden, wo die Grenzen deiner Komfortzone überhaupt sind. Und der nächste Schritt ist nicht, dich darüber hinwegzusteigen, sondern einen Sicherheitsmechanismus zu nutzen: Fixiere ein Seil in der Mitte deiner Komfortzone und bewege dich langsam Richtung Grenze, um dort erst einmal anzukommen, dagegen zu arbeiten, dich langsam dagegenzulegen und mit der Zeit deine Grenze an diesem Punkt Stück für Stück nach außen zu erweitern. Es geht nicht darum, dass du deine Komfortzone verlässt, es geht darum, dass du sie schrittweise erweiterst.
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