Zyklisches Herzstolpern bei Frauen: Warum es kommt und was Du daraus lernen kannst

Vielleicht kennst Du das: Alle paar Wochen kommen die Extrasystolen, bleiben ein paar Tage oder sogar mehrere Wochen und verschwinden dann wieder. Kein klarer Auslöser, keine Erklärung vom Arzt, nur die Beobachtung, dass es zyklisch wiederkehrt. Eine Zuschauerin hat mir genau diese Situation beschrieben, und ich möchte in diesem Beitrag zwei Perspektiven öffnen: eine mögliche physiologische Erklärung, die Du bisher vermutlich noch nicht gehört hast, und eine wichtige Frage, die weit über das reine Symptom hinausgeht.

Warum die Erklärung schwerfällt

Wenn man den Zusammenhang zwischen Herzstolpern und Hormonzyklus erklären möchte, tut man sich medizinisch immer noch schwer. Der Zusammenhang ist bekannt, dass Frauen mit Blick auf ihren Hormonzyklus teilweise nicht nur verstärkt Extrasystolen wahrnehmen, sondern überhaupt erst welche wahrnehmen. Was genau im Hintergrund passiert, ist wissenschaftlich noch nicht vollständig geklärt.

Und dann bekommst Du beim Arzt oft nur die Auskunft: „Das ist so, damit müssen Sie leben." Das hilft in der akuten Situation wenig. Deshalb ist mir wichtig, Dir eine Erklärung zu geben, die zwar nicht den Anspruch auf vollständige Wahrheit erhebt, aber schlüssig ist. Eine Erklärung, mit der Du wieder ins Handeln kommen kannst. Denn genau darum geht es: nicht die perfekte Wahrheit zu haben, sondern etwas zu haben, mit dem Dein Kopf arbeiten kann.

Ein möglicher Erklärungsansatz: Endometriose und das Herz

Das Thema Endometriose wird immer noch viel zu stiefmütterlich behandelt. Die Frauen unter meinen Leserinnen werden direkt wissen, was ich meine. Endometriose beschreibt Zellen, die eigentlich in die Gebärmutterregion gehören, aber sich in anderen Regionen des Körpers ansiedeln. Und diese versprengten Zellen reagieren auf die hormonellen Schwankungen des Zyklus, so wie sie es in der Gebärmutter auch tun würden.

Wir wissen heute, dass Endometrioseherde in vielen Bereichen des Körpers gefunden werden: in der Lunge, im Gehirn, in der Muskulatur. Und dass die aktuelle Hypothese die hormonelle Ausgangslage als heißesten Kandidaten sieht, was diese Erkrankung angeht. Interessant ist: Man findet Endometriosebefunde inzwischen sogar bei Männern, allerdings nur in der Kombination fortgeschrittenes Alter, Prostataentfernung und die entsprechende Hormongabe im Rahmen der Standardtherapie. Das stützt die hormonelle Hypothese.

Und jetzt kommt der Ansatz, den ich in einer Sitzung mit einer Klientin mal als Idee angeboten habe: Was wäre, wenn Deine Zellanomalie am Herzen, die für das stärkere Erleben von Extrasystolen verantwortlich sein könnte, in der Nähe eine kleine Ansammlung endometrioseartiger Zellen hat? Diese hormonellen Schwankungen im Zyklus regen dieses Gewebe an, der kleine Punkt am Herzen wird gereizt, und dann muss nur noch ein kleiner Tropfen zum Fass hinzukommen, und die ganze Symptomatik eskaliert.

Ehrlich gesagt sind solche Erklärungen teilweise fantasiereich. Sie sind nicht wissenschaftlich bewiesen. Aber sie helfen manchmal sehr stark, etwas Greifbares zu haben, etwas aus dem Vagen in die Erreichbarkeit zu bringen, mit dem Dein Kopf besser arbeiten kann. Und genau das ist oft der Ausgangspunkt für Veränderung.

Die viel wichtigere Frage

Jenseits der physiologischen Erklärung möchte ich Dir aber eine andere Frage mitgeben, die weit über das Herzstolpern hinausgeht. Ich vertrete, und das ist auch mir selbst gegenüber immer wieder unangenehm, den Standpunkt: Wenn Deine Symptome verschwinden, wird Dein Leben nicht besser.

Natürlich gibt es krasse Schicksale und Belastungen, wirklich. Aber nimm das mal von zwei Seiten.

Erstens: Freude ist ein Feedback auf Unterschied. Wenn Deine Symptome verschwinden würden, wie auch immer, dann ist das ein unglaublicher Unterschied, eine unglaubliche Entlastung. Keine Frage. Aber der Unterschied ist nach drei Tagen kein Unterschied mehr. Wir gewöhnen uns an den neuen Zustand.

Zweitens: Unsere Symptome haben sehr viel mit unserem Umgang und unserer Bewertung des Erlebten zu tun. Man könnte grob sagen, das Leben ist entscheidender für die Symptome, die wir erleben, als die Symptome für das Erleben. Verändere Dein Leben, nicht Deine Symptome.

Die Frage, die Du Dir stellen darfst

Stell Dir vor, Deine Symptome, was auch immer das ist, wären morgen nicht mehr da. Und dann bleibt Dein sonstiges Leben übrig. Dann darfst Du für Dich eine ehrliche Antwort finden, und die vielleicht auch über einige Tage, mehrmals, abfragen: Ist das, was dann übrig bleibt, etwas, was Du wirklich magst? Was genauso weitergehen soll? Was den Kern Deines Lebens darstellen soll?

Uns Menschen geht es gut, weil wir unser Leben mögen. Das ist ein wichtiger Punkt. Verändere nicht Deine Symptome. Halte den Fokus auf Dein Leben.

Fazit

Zyklisches Herzstolpern hat eine mögliche physiologische Erklärungsspur über hormonelle Reize und endometrioseartige Zellen in der Nähe des Herzens. Diese Erklärung ist nicht wissenschaftlich abgeschlossen, aber sie kann helfen, das Symptom aus dem Diffusen in etwas Greifbares zu bringen.

Viel wichtiger ist jedoch die Erkenntnis: Wir haben oft den Eindruck, dass unsere Symptome unsere Lebensqualität nach unten ziehen. Ganz oft sehe ich aber, dass es eine eingeschränkte Lebensqualität ist, die den Symptomen erst Tür und Tor öffnet. Wenn Du an diesem Punkt ansetzt, veränderst Du mehr als nur ein Herzstolpern.

Das Buch zum Thema

In meinem Buch „Schluss mit Symptomen" findest Du das gesamte Wissen und die Werkzeuge, mit denen Du psychosomatische Symptome wie Herzstolpern, Schwindel, Enggefühl oder innere Unruhe wirklich einordnen und Deinen Umgang damit verändern kannst.

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Wenn Du merkst, dass Du mit diesen Themen nicht allein weiterkommst und Dir professionelle Begleitung wünschst, buche gerne einen Termin für ein Erstgespräch.

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