Schnell atmen, hoher Puls: Was Hyperventilation im Körper auslöst, sogar im Liegen

In einem früheren Video habe ich gezeigt, wie eine kurze, langsame Atemübung den Herzschlag senkt. Heute machen wir das Gegenteil und schauen im Experiment, wie sich eine künstlich erzeugte, schnellere Atmung von etwa 20 Atemzügen pro Minute, also eine Tachypnoe, auf den Puls auswirkt.

Der Ausgangswert

Zuerst die Messung: aktuell 106. Der Wert kommt daher, dass ich gerade das Setting aufgebaut habe, vom Kindergarten komme, mich viel bewegt, viel Kaffee und wenig Wasser getrunken habe. Ich lasse ihn noch etwas herunterkommen, wir sind schon bei 101.

Das Experiment mit dem Metronom

Um die künstliche Hyperventilation zu erzeugen, nehme ich ein altes mechanisches Metronom aus meiner Musikerzeit. Wir wählen eine Atemfrequenz von 20 Atemzügen pro Minute, ungefähr der Grenzwert, ab dem beim Erwachsenen die Tachypnoe beginnt. Bei Neugeborenen wäre das noch niedrig, aber wir gehen von jemandem aus, der normalerweise zwischen etwa 8 und 18 Atemzüge pro Minute hat, abgesehen vom Sport. Das Metronom gibt 40 Schläge pro Minute vor, pro Schlag atme ich einmal ein beziehungsweise aus, das ergibt 20 volle Atemzüge, was schon relativ schnell ist.

Ich lege mich erst eine Minute entspannt hin, um eine ruhige Ausgangslage zu haben, und beginne dann mit der erhöhten Atemfrequenz. Das Ergebnis: Von rund 87, 88 gehe ich schon nach einer Minute direkt auf über 100 hoch, in der Spitze auf 105, und das im Liegen. In einer dritten Minute noch schneller zu atmen, trieb den Puls im Liegen nicht weiter hoch.

Warum der Puls zur Bewegung passen muss

Das unangenehme Gefühl, dieser Schwindel, diese innere Unruhe, hängt häufig damit zusammen, dass der Puls nicht zur Bewegung passt. Mit einem Puls von 80 fühle ich mich wohl, mit 100 herumliegend schon nicht mehr so, und wenn ich mit 120 sitze, ohne mich zu bewegen, kommt schon eine Beklemmung, ganz normal als Mensch.

Man sieht hier sehr gut: Eine Hyperventilation findet sich häufig bei Betroffenen von Schwindel und Benommenheit und entsteht dadurch, dass Stresshormonausschüttungen zu hohe Pulswerte erzeugen, die nicht mehr zur Situation passen. Und selbst im Liegen kann die schnelle Atmung den Puls hochtreiben. Auch bei mir kamen dabei die typischen Gefühle: leichte Benommenheit, leichter Schwindel, ein leicht ungutes Gefühl im Bauch. Jetzt, wo ich sitze und mein Puls wieder bei etwa 94 ist, ist alles im Lot: angemessener Puls zu angemessener Bewegung. Umgekehrt kann ich in eine Hypoventilation gehen, indem ich die Atmung Richtung vier bis acht Atemzüge pro Minute herunterfahre, dann kommt auch der Puls wieder runter.

Was du mitnehmen kannst

Im Alltag gibt es häufig Stresseinflüsse, die dich schneller atmen lassen, und diese zu schnelle Atmung führt in Verbindung mit Stresshormonen zur Schwindel- und Benommenheitssymptomatik. Wichtig ist deshalb, immer wieder in Bewegung zu kommen, um die Stresshormone abzubauen, und, wenn du stärker betroffen bist, dir durch regelmäßige Atemübungen eine bewusstere Atemstruktur anzutrainieren, indem du dir regelmäßig eine kleine Auszeit zum Runterkommen nimmst. Und schließlich: In deinem Leben gibt es vermutlich genügend Baustellen und Befürchtungen, die noch nicht gelöst sind oder die du wegschiebst, statt lösungsorientiert an sie heranzugehen. Auch auf dieser Ebene lohnt sich der Fokus.

Wie schnelle Atmung, Stresshormone und die Symptome von Schwindel und Panik zusammenhängen und wie du auf allen Ebenen ansetzt, beschreibe ich ausführlich in meinem Buch bzw. Hörbuch „Schluss mit Panik"hier ansehen.

Du erkennst dich in diesem Zusammenspiel aus schneller Atmung, hohem Puls und Schwindel wieder und möchtest daran arbeiten? Ich begleite dich in der Onlinetherapie von Bonn aus, deutschlandweit und online. Buch dir hier deinen Termin.

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