Triff eine Entscheidung, und dein Gehirn liefert die Pro-Argumente

In diesem Beitrag gebe ich dir ein ganz konkretes Werkzeug mit, wenn es darum geht, die eigenen Gedanken zu beeinflussen, hier oben im Kopf mitzureden und Dinge zu kreieren. Die Basis: Unser Kopf denkt in Bildern und in auditiven Sprachmustern, eine Hirnforschungserkenntnis, mit der ich gern arbeite.

Automatismen, Szenarien, Gegenargumente

Unser Kopf denkt in Automatismen, immer automatisch, und bewertet automatisch negativ, dramatisch, misserfolgsorientiert. Er denkt in Szenarien. Wollen wir ins eigene Denken eingreifen, arbeiten wir über diese Wahrnehmungskanäle: Wir sind diejenigen, die neue Bilder entstehen lassen und den inneren Sprachkanal aktiv nutzen dürfen, wir fangen an, wirklich mit uns selbst zu reden.

Ein Punkt, den ich in Sitzungen und Videos gern einbaue: In diesen Automatismen denkt der Kopf gern in Gegenargumenten. Und wichtig, wir sind hier auf Augenhöhe, nicht beim Psychiater, wo der eine gesund und der andere krank wäre, sondern du und ich haben ungefähr das gleiche Denkorgan und betreiben einen Erfahrungsaustausch, der dir hilft. Auch ich habe meine Gegenargumente im Kopf. Hatte ich über Weihnachten einen Urlaub geplant, sagt mein Kopf sofort, was, wenn wir uns anstecken, es gibt vielleicht keine Intensivkapazitäten, die Kinder sind nicht geimpft, bleib lieber zu Hause. Treffe ich die Entscheidung, zu Hause zu bleiben, sagt er prompt, aber überleg mal, was wir jetzt alles Schönes verpassen.

Gegenargumente sind eine Struktur, kein Inhalt

Genau das nutzen wir. Unser Kopf hat die Grundstruktur, Gegenargumente zu setzen, fast egal, worum es geht, er bietet erst mal ein Gegenbeispiel an. Schlägt dein Partner etwas vor, kommt gern „darauf habe ich keine Lust". Dieser Modus ist eine Struktur und nicht an Inhalte gebunden. Geht es um eine Idee, ein Vorhaben, rausgehen, eine Kaufentscheidung, eine Veränderung, liefert dein Kopf das Gegenargument, es nicht zu tun, und du drückst dich immer wieder raus.

Das Werkzeug: entscheiden und ernten

Triff an so einer Schnittstelle bewusst eine Entscheidung. Du denkst, ich müsste, könnte, sollte das eigentlich machen, und dein Kopf zeigt dir das Bild, wie es aussieht, wenn du draußen Panik bekommst, also lieber nicht. Jetzt sagst du: okay, ich gehe nicht raus, ich treffe jetzt die Entscheidung, nicht rauszugehen. Was macht dein Kopf? Er setzt Gegenargumente, aber jetzt gegen deine Entscheidung: So kommst du nicht weiter, du musst doch etwas verändern, du willst doch wieder rausgehen.

Und ein Gegenargument gegen ein Gegenargument ist eigentlich ein Pro-Argument. Beides darfst du anfangen, respektvoll zu sammeln. Schreib deine Gegenargumente auf, so wie du deine Befürchtungen aufschreibst, alles, was dir im Kopf als wichtig begegnet. Das Schöne: In dem Moment, in dem du ein Gegenargument auf ein Gegenargument entstehen lässt, musst du dich nicht einmal anstrengen, du musst nur eine Entscheidung treffen. Dann liefert dein Gehirn dir im Automatikmodus die Pro-Argumente, und die solltest du dir aufschreiben.

Wie du die Gegenargument-Struktur deines Kopfes für dich nutzt, beschreibe ich ausführlich in meinem Buch bzw. Hörbuch „Schluss mit Symptomen" → hier ansehen.

Du möchtest lernen, die Automatismen deines Kopfes aktiv für dich zu nutzen? Ich begleite dich in der Onlinetherapie von Bonn aus, deutschlandweit und online. Buch dir hier deinen Termin.

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Wenn die Atmung zum Thema wird: enge Brust, Sauerstoffsorge, Atemnot, Unruhe