Symptome loslassen, Lösungen finden: Warum Festhalten festhält

Es klingt widersprüchlich, aber je verbissener Du ein Symptom loswerden willst, desto fester hält es Dich. Das Wegmachen-Wollen ist selbst eine Form von Anspannung, und Anspannung ist der Boden, auf dem die Symptome stehen. Dieses kurze Kapitel zeigt, warum Loslassen kein Aufgeben ist und wo die Lösungen wirklich liegen.

Loslassen ist kein Aufgeben

Viele fürchten, Loslassen bedeute, sich mit den Beschwerden abzufinden und nichts mehr zu tun. Das Gegenteil ist gemeint. Loslassen heißt, den verkrampften Kampf gegen das Symptom zu beenden, der es erst groß macht. Solange Du gegen etwas ankämpfst, bestätigst Du ihm seine Gefährlichkeit und hältst Deine Aufmerksamkeit fest darauf gerichtet.

Akzeptanz ist hier kein Schicksalsglaube, sondern ein Werkzeug. Wenn Du einer Empfindung erlaubst, da zu sein, ohne sofort dagegen anzugehen, nimmst Du ihr die Nahrung. Du musst das Symptom nicht gutheißen, Du darfst nur aufhören, ständig dagegen zu drücken. Genau in diesem Nachlassen des Drucks entsteht der Raum, in dem es leiser werden kann.

Warum Lösungen selten dort liegen, wo wir suchen

Wir suchen die Lösung fast immer am Symptom selbst. Wir wollen das Herzstolpern, den Schwindel, die Enge direkt abstellen. Doch das Symptom ist die Spitze, nicht die Wurzel. Wer nur an der Spitze arbeitet, kämpft endlos gegen etwas, das von woanders gespeist wird.

Die tragfähige Lösung liegt meist eine Ebene tiefer, in der Anspannung, in einem ungelösten Thema, in einer Lebenssituation, die nicht stimmt. Deshalb lohnt es sich, die Frage zu verschieben. Statt zu fragen, wie werde ich dieses Symptom los, frag, was will mir mein System zeigen und was braucht es. Diese andere Frage führt Dich von der Symptombekämpfung zur eigentlichen Lösung.

Das Wichtigste auf einen Blick: Das verbissene Wegmachen-Wollen ist selbst Anspannung und hält das Symptom fest. Loslassen ist kein Aufgeben, sondern das Beenden des Kampfes, der dem Symptom seine Kraft gibt. Und die tragfähige Lösung liegt selten am Symptom selbst, sondern eine Ebene tiefer, weshalb sich die Frage lohnt, was Dein System braucht, statt nur, wie Du es loswirst.

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Dieser Artikel stammt aus meinem Buch „Schluss mit Panik. Verstehen. Loslassen. Leben." Darin findest Du den kompletten Weg, Schritt für Schritt und in Ruhe erklärt. Das Buch auf Amazon ansehen

Wenn Du selbst betroffen bist:

Vielleicht erkennst Du Dich in dem wieder, was Du gerade gelesen hast. Symptome wie diese haben einen Grund. Und es gibt einen Weg, mit ihnen anders umzugehen.

In meiner Praxis in Bonn oder online begleite ich Menschen mit psychosomatischen Symptomen seit 2011. Über 17.000 Sitzungen, über 1.500 begleitete Klientinnen und Klienten.

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Gesundheit, Glück, was wirklich trägt: Worauf es jenseits der Symptome ankommt