Können Schwindel, Panik und Derealisation dauerhaft auftreten?
Ist es normal, dass Symptome quasi ununterbrochen bestehen, Tunnelblick, Lichtempfindlichkeit, Kopfschmerzen, Probleme im Nackenbereich, Unsicherheit? Das sind viele Symptome, die wir aus dem Kontext von Panik, Benommenheit und Unsicherheitsgefühl kennen. Das tritt relativ häufig auf, und wir dürfen lernen, das als okay zu bewerten. Denn je mehr Angst wir davor haben, dass sie dauerhaft bleiben, desto eher laden wir sie ein, dass sie auch bleiben.
Die Frage anders stellen
Aus meiner Sicht lohnt es, die Frage umzuformulieren. Es ist nicht unbedingt so, dass die Symptome dauerhaft bestehen, denn das, was hier als Symptom deklariert wird, sind körperliche Vorgänge, die eigentlich immer bestehen. Der Begriff Symptom bringt eine Pathologisierung mit: Sprechen wir von einem Symptom, sprechen wir von etwas, das wir weghaben wollen. Vieles davon gehört aber zum normalen Leben und hat keinen krankhaften Hintergrund. Solange mein Körper gut funktioniert, werde ich ununterbrochen entsprechende Dinge mitbekommen.
Die bessere Frage ist deshalb: Kann es sein, dass in meinem Fokus dauerhaft bestimmte Phänomene besonders hervorgehoben sind, die ich besonders registriere? Stichwort Introspektionsfähigkeit, Innenschau. Und: Unsere Energie folgt immer unserem Fokus. Bei Betroffenen liegt der Fokus oft dauerhaft auf einer Sache, und dann bekommen wir immer mehr davon mit, was sich wieder in Befürchtungsstrukturen einordnen lässt.
Wahrnehmung ist subjektiv und manipulierbar
Unsere Wahrnehmung ist immer subjektiv und von unterschiedlichsten Strukturen manipulierbar. Deshalb empfehle ich den meisten Leuten, keine Nachrichten mehr zu schauen. Warum sollte man den halben Tag informiert sein? Ich habe in meinem Leben noch nie eine ganze Tagesschau geschaut, und es hat mich nie gestört. Auch Online-Zeitungen würde ich weglassen: Was dir durch Algorithmen einseitig angeboten wird (Social Dilemma lässt grüßen), glaubst du am Ende auch noch, das ist heikel.
Lern an dieser Schnittstelle, dass vieles, was du als Betroffener beobachtest, nicht krankhaft ist, sondern in einer Selbstmanipulation besonders ausgeprägt wahrgenommen wird, weil du dich darauf trainiert hast. Das, worauf du am meisten schaust, wird in deiner Wahrnehmung am größten. Vergleichbar mit der Zunge, die ein kleines Löchlein im Zahn, Wissenschaftler haben das berechnet, etwa sieben- bis neunfach vergrößert wahrnimmt. Oder die Lichtempfindlichkeit: Wir sind immer lichtempfindlich und schützen unsere Augen, das ist normal, aber je häufiger wir unsere Wahrnehmung problematisch bewerten, desto eher kommt am Ende ein Problem heraus.
Fazit
Es ist normal, dass bestimmte Symptome gefühlt dauerhaft präsent sind. Das liegt aber nicht unbedingt daran, dass ein unangenehmes Symptom dauerhaft da ist, sondern meist daran, dass unser antrainierter Fokus dauerhaft auf einem Phänomen ruht und es deshalb besonders stark wahrnehmbar ist. Der Weg ist das Standardvorgehen: Gedanken erkennen und differenzieren, Problembereiche eruieren, Befürchtungen herausselektieren und konkretisieren, Ziele definieren. Dann kommst du nicht umhin, mehr und mehr Kontrolle darüber zu bekommen, worauf du deinen Fokus richtest. Deine Energie folgt deinem Fokus, und du glaubst, was du am häufigsten gehört hast. Je selbstbewusster du denkst (siehe das Video, wie ein Gefühl entsteht), desto besser bekommst du diese Symptomatik in den Griff.
Wie du deinen Fokus bewusst steuerst und Symptome in den Griff bekommst, beschreibe ich ausführlich in meinem Buch bzw. Hörbuch „Schluss mit Symptomen" → hier ansehen.
Bestimmte Symptome sind bei dir gefühlt dauernd präsent, und du möchtest den Fokus lösen? Nach ärztlicher Abklärung begleite ich dich gern. In der Onlinetherapie von Bonn aus, deutschlandweit und online. Buch dir hier deinen Termin.