Haben Ängste eine Bedeutung? Was hinter dem „Was wäre wenn" steckt

Ich habe euch schon einmal ein Video gemacht und die Frage gestellt, haben Ängste eine Bedeutung? Es war unweit von hier, zum Thema Skifahren, das gerade wieder präsent ist. Heute nehme ich euch aus einem besonderen Grund mit und möchte das Ganze noch ein Stück weiterdenken.

Befürchtungen bauen auf Szenarien

Unsere Ängste und Befürchtungen bauen sehr oft auf Szenarien auf. Es ist eine Grundaufgabe unseres Kopfes, in szenarischen Mustern zu denken, automatisch negativ zu bewerten. Und dieses Was wäre wenn spielt eine besondere Rolle: Du stehst im siebten Stock am Balkon, was wäre, wenn du herunterfällst? Du fährst Auto, was wäre, wenn du gegen den Brückenpfeiler oder in den Gegenverkehr fährst? Ich bin mit den Kindern auf der Skipiste, was wäre, wenn eine Lawine abgeht und ich sie nicht rechtzeitig rausbekomme? Diese Szenarientätigkeit ist ein Grundwerkzeug unseres Kopfes, und es ist gut, dass es sie gibt, sie hat unseren Vorfahren das Überleben gesichert.

Die Lawine im Kopf

Ich bin hier langgewandert, im Sommer, im Kontrast zur Winterpiste total im Abseits, und sofort hat mein Kopf das Bild hochgeholt: Was wäre, wenn hier eine Lawine abgeht und ich kriege die Kinder nicht rechtzeitig raus? Dieses Befürchtungsbild war einfach da. Unser Kopf arbeitet mit solchen Bildern und mit inneren Befürchtungen, und wichtig ist, dass wir einen vernünftigen Umgang damit finden.

Meist keine tiefere Bedeutung

Ängste haben, wenn sie als Befürchtungsmuster hochkommen, meist keine wirkliche Bedeutung, die wir herausfinden könnten und die uns dann entlasten würde. In den meisten Fällen ist eine Befürchtung oder ein Szenario einfach eine Verarbeitung dessen, was du eben oder schon mal erlebt hast, dein Kopf spielt es in gefährlich durch.

Mein Umgang damit war, eine andere Bewertung reinzubringen und sinnvoll zu fragen: Was kann ich tun, um das zu vermeiden? Also zum Beispiel jeden Morgen den Wetter- und Lawinenbericht prüfen. Heute ging das rudimentär, der Himmel ist blau, kein Wind, kaum Niederschlag. Wir sind übrigens in Klosters, da hinten fährt die Gotschnabahn den Berg runter. Und die klappbare Lawinenschaufel gehört mit dazu.

Schau dir auch das Video zum Thema Gehirnlogik und Erwachsenenlogik an, wo es darum geht, anders mit den Befürchtungsmustern umzugehen, das führte bei mir schnell zu einer Entlastung. Also verwende nicht deine Zeit darauf, die Bedeutung deiner Ängste herauszufinden, das hilft im Zweifel sowieso nicht. Komm lieber ins Machen.

Wie du anders mit deinen Befürchtungsmustern umgehst und ins Machen kommst, beschreibe ich ausführlich in meinem Buch bzw. Hörbuch „Schluss mit Symptomen" → hier ansehen.

Du grübelst über die Bedeutung deiner Ängste und möchtest stattdessen ins Handeln kommen? Ich begleite dich in der Onlinetherapie von Bonn aus, deutschlandweit und online. Buch dir hier deinen Termin.

Zurück
Zurück

Quote, Kontinuität, Präsenz und Wozu: Warum du gerade dann weitermachen musst, wenn es dir gut geht

Weiter
Weiter

Warum du die Logik hinter deiner Angst nicht verstehen musst