Befürchtungen, Affirmationen, Veränderung: Wie Du Deine Erwartung umlenkst

Was Du erwartest, beeinflusst, was Du erlebst. Eine Befürchtung ist nichts anderes als eine negative Erwartung, die Dein Körper bereits vorbereitet, als wäre sie schon wahr. In den ersten Kapiteln hast Du verstanden, wie Gedanken und Überzeugungen wirken. Jetzt geht es darum, diese Erkenntnis zu nutzen, um Deine Befürchtungen zu entkräften, gezielt eine neue innere Sprache aufzubauen und daraus echte Veränderung werden zu lassen.

Was Befürchtungen mit Dir machen

Eine Befürchtung wirkt wie eine Bestellung an Dein Nervensystem. Wenn Du fest damit rechnest, dass gleich etwas Schlimmes passiert, stellt Dein Körper sich darauf ein, spannt sich an und erzeugt genau die Symptome, vor denen Du Dich fürchtest. So bestätigt sich die Befürchtung scheinbar selbst, und aus der Erwartung wird ein Erlebnis.

Das ist die Kehrseite eines starken Mechanismus. Dieselbe Kraft, die Dich in die Angst zieht, lässt sich auch in die andere Richtung nutzen. Eine Erwartung ist kein Schicksal, sondern eine Gewohnheit des Denkens, und Gewohnheiten sind formbar. Der erste Schritt ist, die Befürchtung überhaupt als das zu erkennen, was sie ist, nämlich eine Vorhersage und keine Tatsache.

Befürchtungen entkräften, statt sie zu verdrängen

Eine Befürchtung wegzudrücken funktioniert nicht, das weißt Du bereits. Wirksamer ist, sie zu Ende zu denken. Schreib auf, was genau Du befürchtest, und zwar so konkret wie möglich. Solange die Sorge nur als diffuses Gefühl in Dir kreist, bleibt sie übermächtig. Sobald sie auf dem Papier steht, kannst Du sie prüfen.

Frag Dich dann nüchtern, wie wahrscheinlich das Befürchtete wirklich ist und was tatsächlich geschähe, wenn es einträte. Oft zeigt sich, dass selbst der schlimmste Fall tragbar wäre und die Wahrscheinlichkeit gering ist. Diese ehrliche Prüfung nimmt der Befürchtung ihre Wucht. Du verdrängst sie nicht, Du schaust sie an und holst sie damit aus dem Reich des Unfassbaren in den Bereich des Beherrschbaren.

Affirmationen, die wirklich wirken

Affirmationen haben einen schlechten Ruf, und oft zu Recht, weil sie falsch eingesetzt werden. Wenn Du Dir einen Satz vorsagst, den Du innerlich für unwahr hältst, etwa ich bin vollkommen gesund und angstfrei, dann widerspricht Dein Verstand sofort, und der Satz verpufft. Eine Affirmation wirkt nur, wenn sie glaubwürdig ist.

Wähle deshalb Sätze, die eine Brücke bauen, statt einen Sprung zu verlangen. Ich lerne, ruhiger mit meinen Symptomen umzugehen ist glaubwürdig, weil er einen Weg beschreibt und keine Behauptung aufstellt. Solche Sätze entfalten ihre Kraft durch Wiederholung, genau wie die alten, einschränkenden Überzeugungen durch Wiederholung stark geworden sind. Du baust eine neue innere Sprache also nicht mit einem perfekten Satz, sondern mit einem ehrlichen Satz, den Du oft genug wiederholst, bis er vertraut wird.

Wie aus Vorsatz Veränderung wird

Veränderung scheitert selten am Wissen und fast immer am Dranbleiben. Dein Gehirn bevorzugt das Vertraute, deshalb fühlt sich jeder neue Weg anfangs falsch an. Das ist kein Zeichen, dass es nicht klappt, sondern ein normaler Teil des Prozesses. Wer das weiß, gibt nicht beim ersten Widerstand auf.

Der Schlüssel sind kleine, wiederholte Schritte statt großer Vorsätze. Ein kleiner Schritt, den Du täglich gehst, verändert mehr als ein gewaltiger Plan, den Du nach drei Tagen aufgibst. Mit jeder Wiederholung wird das Neue ein Stück vertrauter, und irgendwann kippt das Verhältnis. Was anfangs Überwindung war, wird zur Gewohnheit, und aus einzelnen Handlungen wird nach und nach eine neue Haltung. So wird aus einem Vorsatz Schritt für Schritt eine echte Veränderung.

Das Wichtigste auf einen Blick: Befürchtungen sind negative Erwartungen, die Dein Körper vorbereitet, als wären sie schon wahr, weshalb sie sich oft selbst bestätigen. Du entkräftest sie nicht durch Verdrängen, sondern indem Du sie aufschreibst und nüchtern prüfst. Affirmationen wirken nur, wenn sie glaubwürdig sind und eine Brücke bauen, und sie entfalten ihre Kraft durch Wiederholung. Und echte Veränderung entsteht aus kleinen, wiederholten Schritten, nicht aus großen Vorsätzen, auch wenn das Neue sich anfangs falsch anfühlt.

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