Kann man wegen einer Panikattacke ohnmächtig werden? Die klare Antwort

Mitten in der Panik wird Dir schwindelig, die Beine fühlen sich weich an, alles dreht sich, und ein Gedanke schießt hoch: Gleich kippe ich um, vielleicht vor allen Leuten. Diese Angst gehört zu den häufigsten überhaupt, und sie ist quälend. Deshalb gehen wir der Frage hier klar und ehrlich nach, ob man wegen einer Panikattacke tatsächlich ohnmächtig werden kann.

Die klare Antwort: in aller Regel nein

So überraschend es klingt, bei einer Panikattacke wirst Du normalerweise nicht ohnmächtig. Der Grund ist ein einfacher körperlicher Zusammenhang. Eine Ohnmacht entsteht, wenn der Blutdruck plötzlich abfällt und das Gehirn kurz zu wenig Blut bekommt. Bei einer Panikattacke passiert genau das Gegenteil. Dein Körper schüttet Stresshormone aus, das Herz schlägt schneller, und der Blutdruck steigt.

Ein hoher Blutdruck und eine Ohnmacht schließen sich gegenseitig aus. Dein Körper bereitet sich bei Panik auf Kampf oder Flucht vor, also auf maximale Handlungsfähigkeit, und nicht darauf, zusammenzubrechen. Das Gefühl, gleich umzukippen, ist real, aber es ist eine Empfindung und keine bevorstehende Tatsache.

Warum es sich trotzdem so echt anfühlt

Wenn der Körper gar nicht Richtung Ohnmacht steuert, woher kommt dann dieses überzeugende Gefühl? Es entsteht vor allem durch die Atmung. In der Panik atmest Du schnell und flach, oft ohne es zu merken. Dadurch verschiebt sich das Verhältnis der Atemgase im Blut, und das erzeugt typische Empfindungen wie Schwindel, ein Wattegefühl im Kopf, Benommenheit oder kribbelnde Hände.

Diese Symptome fühlen sich an, als ginge gleich das Licht aus, doch sie sind harmlos und Ausdruck der Überatmung, nicht eines Kreislaufzusammenbruchs. Sobald sich Deine Atmung wieder beruhigt, verschwinden sie. Es hilft, langsamer und vor allem länger auszuatmen, denn das gleicht die Atemgase wieder aus und nimmt dem Schwindel die Grundlage.

Die eine Ausnahme, die Du kennen solltest

Zur Ehrlichkeit gehört eine Ausnahme. Es gibt einen Fall, in dem Menschen tatsächlich ohnmächtig werden, die sogenannte vasovagale Synkope. Sie tritt zum Beispiel beim Anblick von Blut, bei Spritzen oder bei großer Erschöpfung auf. Hier sackt der Kreislauf kurz ab, und es kommt zur Ohnmacht.

Das ist aber ein völlig anderer Mechanismus als die Panikattacke und betrifft vor allem Menschen mit einer entsprechenden Veranlagung, etwa einer Blut- oder Spritzenphobie. Wenn Du weißt, dass Du in solchen konkreten Situationen zum Kreislaufkollaps neigst, ist das ein eigenes Thema, das Du ärztlich besprechen kannst. Für die typische Panikattacke ohne diesen speziellen Auslöser gilt die Entwarnung: Du kippst nicht um.

Das Wichtigste auf einen Blick: Bei einer Panikattacke wirst Du in aller Regel nicht ohnmächtig, weil der Blutdruck dabei steigt, während eine Ohnmacht einen Blutdruckabfall braucht. Das Gefühl, gleich umzukippen, entsteht vor allem durch zu schnelles Atmen und ist harmlos, es vergeht, wenn sich die Atmung beruhigt. Die einzige Ausnahme ist die vasovagale Synkope, etwa bei Blut- oder Spritzenphobie, ein anderer Mechanismus, der mit der typischen Panikattacke nichts zu tun hat.

Wenn Du selbst betroffen bist:

Vielleicht erkennst Du Dich in dem wieder, was Du gerade gelesen hast. Symptome wie diese haben einen Grund. Und es gibt einen Weg, mit ihnen anders umzugehen.

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