Die Macht des Schreibens: Besiege Deine Ängste und negativen Gedanken

Du kennst diese Abende. Du liegst im Bett, der Körper ist müde, aber der Kopf läuft auf Hochtouren. Dieselben Sorgen, dieselben Gedanken, immer wieder im Kreis. Du wälzt Dich, Du versuchst, an etwas anderes zu denken, doch je mehr Du das Grübeln wegschieben willst, desto hartnäckiger kommt es zurück. Es fühlt sich an, als hättest Du keine Kontrolle über Deinen eigenen Kopf.

Es gibt ein Werkzeug gegen dieses Kreisen, das so einfach ist, dass viele es unterschätzen. Es kostet nichts, Du hast es immer zur Hand, und seine Wirkung ist erstaunlich. Es ist das Schreiben. Stift und Papier, mehr braucht es nicht.

Warum Schreiben das kreisende Denken beruhigt

Dein Gehirn hat eine bemerkenswerte Eigenschaft. Es kann eine Aufgabe, die es als unerledigt einstuft, nicht einfach loslassen. Solange ein Gedanke offen ist, hält es ihn präsent und holt ihn immer wieder hervor, damit Du ihn ja nicht vergisst. Genau deshalb drehen sich Sorgen nachts im Kreis. Dein Kopf versucht verzweifelt, ein offenes Thema festzuhalten und zu lösen.

Wenn Du diesen Gedanken aufschreibst, geschieht etwas Entscheidendes. Du gibst Deinem Gehirn das Signal, dass das Thema festgehalten ist und nicht mehr ständig wiederholt werden muss. Die offene Schleife schließt sich ein Stück. Der Gedanke ist sicher auf dem Papier, also muss der Kopf ihn nicht mehr umklammern. Viele Menschen erleben allein dadurch eine spürbare Erleichterung, als hätten sie eine Last abgelegt.

Wie Du durch Schreiben Abstand gewinnst

Es gibt einen zweiten, ebenso wichtigen Effekt. Solange ein Gedanke nur in Deinem Kopf existiert, bist Du mittendrin in ihm, Du bist der Gedanke. In dem Moment, in dem Du ihn aufschreibst, trittst Du einen Schritt zurück. Du wirst vom Mitgerissenen zum Betrachter. Du siehst den Gedanken vor Dir auf dem Papier und kannst ihn anschauen, fast so, als wäre er nicht ganz Deiner.

Aus dieser Distanz heraus verlieren Ängste oft viel von ihrer Wucht. Ein Satz, der im Kopf riesig und bedrohlich wirkte, sieht aufgeschrieben plötzlich kleiner und nüchterner aus. Du erkennst Muster, Du siehst, dass sich dieselbe Sorge in immer neuen Verkleidungen zeigt. Und du gewinnst Handlungsspielraum, weil sich ein Gedanke, den Du betrachten kannst, auch hinterfragen lässt. Diese Distanz ist übrigens dasselbe Prinzip, das auch im Umgang mit hartnäckigen, sich aufdrängenden Gedanken hilft.

Wie Du das Schreiben nutzt, ohne zu grübeln

Hier ist allerdings Vorsicht geboten, und das ist mir wichtig. Schreiben kann beruhigen, es kann aber auch zum Grübeln auf Papier werden, wenn Du Dich endlos in denselben Sorgen verlierst. Der Unterschied liegt in der Haltung. Es geht nicht darum, jede Sorge bis ins letzte Detail zu zerlegen, sondern darum, sie aus dem Kopf zu bekommen und Abstand zu gewinnen.

Setz Dir deshalb einen Rahmen. Schreib abends ein paar Minuten auf, was Dich beschäftigt, und leg den Stift dann bewusst weg. Du kannst notieren, was Dich heute belastet hat, und daneben einen Gedanken stellen, mit dem Du den Tag abschließen möchtest, denn der letzte Gedanke vor dem Einschlafen prägt oft, wie Du in die Nacht und in den Morgen gehst. Es muss nicht schön formuliert sein, niemand liest es außer Dir. Wichtig ist nur, dass das, was im Kopf gekreist ist, einen Platz außerhalb davon bekommt. Dort kann es ruhen, und Du auch.

Das Wichtigste auf einen Blick: Schreiben beruhigt das kreisende Denken, weil es Deinem Gehirn signalisiert, dass ein offenes Thema festgehalten ist und nicht länger wiederholt werden muss. Zugleich gewinnst Du Abstand, weil Du vom Mitgerissenen zum Betrachter Deiner Gedanken wirst. Damit Schreiben nicht selbst zum Grübeln wird, hilft ein klarer Rahmen: ein paar Minuten aufschreiben, einen guten Abschlussgedanken setzen und den Stift dann bewusst weglegen.

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Vielleicht erkennst Du Dich in dem wieder, was Du gerade gelesen hast. Symptome wie diese haben einen Grund. Und es gibt einen Weg, mit ihnen anders umzugehen.

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